Geheimnisvolle Helikopter

ROMANSHORN. Auf der Bunkerwiese in Romanshorn landen gelegentlich Helikopter. Doch weder die Stadt noch die Schifffahrtsgesellschaft werden vorher gefragt.

Luisa Gomringer
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Ein Militärhelikopter nach der Landung auf der Bunkerwiese. (Bild: Roberto Lacaria)

Ein Militärhelikopter nach der Landung auf der Bunkerwiese. (Bild: Roberto Lacaria)

Die Verhältnisse sind kompliziert. Und doch würde man meinen, irgend jemand müsste Bescheid wissen, wenn ein Helikopter auf der Bunkerwiese landet, was gelegentlich vorkommt. Und eine Romanshornerin kürzlich auf Facebook zur Frage veranlasste, warum dem so ist.

Eine Antwort zu finden, ist nicht leicht. Weil niemand Bescheid weiss, von dem man erwarten würde, er sei im Bild.

«Die Landungen sind selten»

Die Bunkerwiese ist aufgeschüttetes Land, aber immer noch Teil der Wasserfläche, und gehört darum dem Kanton. Doch in Frauenfeld meldet sich jeweils kein Pilot, bevor er am Hafen auf dem fraglichen Gelände mit dem Helikopter aufsetzt. So jedenfalls die Auskunft beim Departement für Bau und Umwelt.

Auch die Schweizerische Bodensee Schifffahrt hat bis jetzt keine Bewilligungen erteilt, weil sie nie darum gebeten worden ist. Die Weisse Flotte käme am ehesten dafür in Frage. Ihr hat der Kanton 1984 das Recht eingeräumt, das Gelände für 50 Jahre zu nutzen. «Ich weiss nur, dass auch schon das Militär auf dem Platz gelandet ist, als ein hoher Funktionär in Romanshorn an einem Anlass teilnahm. Nach meiner Wahrnehmung kommen solche Landungen aber sehr selten vor», sagt CEO Andrea Ruf.

Bewilligung nicht nötig

Das Bundesamt für Zivilluftfahrt kann ebenfalls nicht weiter- helfen. Grundsätzlich können in der Schweiz registrierte Helikopter Aussenlandungen – also ausserhalb von Flugplätzen – ohne spezielle Bewilligung durchführen. In der sogenannten Aussenlandeverordnung sind die Ausnahmen geregelt. Die Bunkerwiese ist keine Ausnahme. «Sie liegt direkt am See und nicht in unmittelbarer Nähe einer Wohnzone. Daher kann dort ein Helikopter problemlos landen und starten», sagt Urs Holderegger vom Bazl. Für private Flüge gelten maximal zwei Starts und zwei Landungen pro Monat am gleichen Ort als zulässig. Für gewerbsmässige Flüge gibt es keine Einschränkungen, wenn die Landungen nicht in dichtbesiedeltem Gebiet stattfinden Im Normalfall muss aber selbstverständlich der Grundeigentümer einverstanden sein, dass auf seinem Land ein Helikopter landet. Oder die Gemeinde beziehungsweise die Polizei am Ort.

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