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GEGENSEITIGE VORWÜRFE: Schulbus-Streit in Märwil: Frust auf beiden Seiten

Liliane Gundlach kämpft um Schulbusfahrten für ihren Sohn. In der dunklen Jahreszeit sei der Schulweg für den 4.-Klässler unzumutbar, sagt sie und kritisiert die Schulbehörde. Diese wehrt sich gegen die Vorwürfe.
Mario Testa
Die interimistische Schulpräsidentin Renata Franciello vor einem Schulbus in Märwil. (Bild: Mario Testa)

Die interimistische Schulpräsidentin Renata Franciello vor einem Schulbus in Märwil. (Bild: Mario Testa)

Mario Testa

mario.testa

@thurgauerzeitung.ch

Liliane Gundlach wohnt mit ihrem Sohn sehr idyllisch. Weit ab vom Schuss im Weiler Breite zwischen Märwil und Braunau führt sie ihr Reitsportzentrum. Die Abgeschiedenheit bringt Probleme mit sich, denn ihr Bub muss den rund 1,5 Kilometer weiten Schulweg mit dem Velo alleine meistern – und das auch im Winter. «Der Weg ist nicht sehr weit, aber gefährlich in der dunklen Jahreszeit. Zudem muss mein Sohn eine Strasse überqueren, auf der viele Autofahrer zu schnell fahren», sagt Gundlach. Deshalb wollte sie erreichen, dass ihr Bub vom Schulbus abgeholt und nach Lanterswil gebracht wird, wo er zur Schule geht. «Ich habe dazu das Gespräch gesucht mit der Schulbehörde. Wir haben dann auch einen Termin für einen runden Tisch Ende September abgemacht, aber Renata Franciello von der Schulbehörde liess den Termin platzen, ohne mich zu informieren.»

Die angeschuldigte interimistische Schulpräsidentin wehrt sich auf Nachfrage gegen diesen Vorwurf. «Ich habe Frau Gundlach etwa eine Woche vor dem Termin per Mail mitgeteilt, dass dieser auf unbestimmte Zeit verschoben wird», sagt Renata Franciello. «Der Grund für diese Aufschiebung ist der Kommunikationsstil, die Respektlosigkeit und das Nicht-Kooperieren von Frau Gundlach. Und das nicht auf diesen Fall bezogen, das geht schon lange so.» Mit ihrem Verhalten und den vielen Rekursen gegen Entscheide der Behörde gefährde die Mutter die Schullaufbahn ihres Sohnes, weshalb die Schulbehörde nun beim Amt für Volksschule eine Versetzung des Bubs in eine andere Schul­gemeinde beantragt habe. Der Schulbus-Streit wäre damit en passant auch erledigt – oder er würde zumindest an die nächste Schulgemeinde weitergereicht.

Velofahren ist für die Schüler freiwillig

Fakt ist, von zwei Stunden Schulweg für den Bub täglich, wie es der «Blick» schreibt, kann keine Rede sein. Viermal eineinhalb Kilometer mit dem Velo zu fahren, dauert nicht annähernd so lange. Ebenso wenig muss der Bub auf der gefährlichen Strasse fahren, auf der vor drei Jahren eine Schülerin bei einem Verkehrsunfall ums Leben kam. Und er muss auch nicht drei verschiedene Schulhäuser anfahren, sondern nur jenes in Lanterswil. «Es stimmt, dass einzelne Unterrichtslektionen wie das Turnen, die Bibliotheksstunde oder das Textile Werken an den Standorten in Märwil und Friltschen stattfinden. Den Transport der Kinder von Lanterswil zu diesen Lektionen übernimmt jedoch der Schulbus – die Kinder werden nicht gezwungen, diese Wege mit dem Velo zu bewältigen», sagt Franciello. «Das stimmt vielleicht noch für die 4.-Klässler. Aber in der 5. und 6. Klasse müssen die Kinder diese Wege dann mit dem Velo machen», kontert Gundlach. Dieser Behauptung widerspricht der für die Schulbuseinteilung zuständige Schulleiter Felix Diggelmann. «Es ist absolut kein Muss für die Primarschüler von Lanterswil, mit dem Velo an die anderen Schulstandorte zu fahren.» Es stimme, dass einzelne Lehrpersonen die Kinder in der 5. und 6. Klasse dazu motivieren als Vorbereitung auf die Zeit in der Sekundarschule, «aber wir planen den Schulbus immer ein für solche Kinder, die in diesem Alter noch nicht Velo fahren können oder wollen». In solchen Fällen suche man das Gespräch mit den Eltern und finde eine Lösung – dazu brauche es einzig die Gesprächsbereitschaft.

Beide Seiten sparen nicht mit Vorwürfen an die Gegenseite. Gundlach wirft der Behörde Untätigkeit, Schönfärberei und Unfähigkeit vor. «Davon zeugen unzählige Dokumente. Sie füllen bei mir schon zwei Ordner», sagt Gundlach. Die Behörde ihrerseits attestiert der Mutter Respektlosigkeit und Uneinsicht, zudem bemühe sie immer gleich die Juristen und foutiere sich um die geltenden Reglemente. «Wer das Schulbus-Reglement ändern will, kann das mit einem Antrag an die Schulversammlung tun. Frau Gundlach hätte auch einen Antrag für ausserordentliche Schulbusfahrten für ihren Sohn einreichen können, hat sie aber bisher nicht getan», sagt Renata Franciello. «All diese Umtriebe mit ihr fressen so viele Ressourcen, die wir viel sinnvoller einsetzen könnten.»

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