Gefahren für die Vogelwelt

AMRISWIL. Dass der Bestand vieler Vogelarten abnimmt, dafür gibt es auch in Amriswil Hinweise. Doch schon mit wenig Mühe kann jeder Gartenbesitzer die Lebensbedingungen der Vögel verbessern.

Hugo Berger
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Hans Moosbauer vom Natur- und Vogelschutzverein Amriswil zeigt eine fachgerechte Vogeltränke. (Bild: Hugo Berger)

Hans Moosbauer vom Natur- und Vogelschutzverein Amriswil zeigt eine fachgerechte Vogeltränke. (Bild: Hugo Berger)

Die Liste der vom Aussterben bedrohten Vögel wird immer länger. Darunter befinden sich beispielsweise auch die Kohlmeise und die Blaumeise. Ob der Bestand in Amriswil ebenfalls zurückgeht, könne man nicht mit Gewissheit sagen, ist vom Präsidenten des Natur- und Vogelschutzvereins Amriswil, Hans Moosbauer, zu erfahren. Beunruhigend sei jedoch, dass die Mitglieder des Vereins beim jährlichen Putzen der Nistkästen immer mehr tote Vögel in den Nestern vorfänden.

Die Gründe für den Rückgang vieler Tier- und Pflanzenarten seien auf vielerlei Faktoren zurückzuführen.

Das unsichtbare Hindernis

Eine Hauptursache für den Tod vieler Vögel sieht Hans Moosbauer in den Kollisionen mit von Menschen gemachten Hindernissen, und zwar vor allem mit Fensterscheiben. Diese sind nicht nur unsichtbar, sondern sie spiegeln dem fliegenden Vogel auch noch Silhouetten von Bäumen und Büschen vor. Zur Todesfalle werden insbesondere grosse Scheiben oder durchsichtige Gebäudeteile wie Wintergärten.

Die Glasscheiben können mit einfachen Mitteln wie Gardinen oder Lamellenvorhängen ungefährlich gemacht werden. Wirkungsvoll sind auch senkrechte Streifen auf dem Glas.

Vor Katzen schützen

«Manche Gartenbesitzer meinen es gut und stellen in ihrem Garten einen Nistkasten oder eine Vogeltränke auf, bedenken aber nicht die Gefahr, die den Vögeln von den Katzen droht», so die Erfahrung von Hans Moosbauer.

Durch Kletterhindernisse am Baum, zum Beispiel durch ein Drahtgeflecht, können die Nester vor dem Raub geschützt werden. Bei den Vogeltränken sollte darauf geachtet werden, dass die Katze keine Möglichkeit besitzt, sich unbemerkt heranzuschleichen, rät der Fachmann.

Naturnahe Gestaltung

Dem Vogel- und Naturschutzverein Amriswil, gehe es – wie schon der Name ausdrücke –, nicht allein um den Schutz der Vögel, sondern um die gesamte Natur, betont Hans Moosbauer. Dörfer und Städte müssten für die Vögel nicht zwangsläufig lebensfeindliches Gebiet sein.

Mehr Lebensraum für Tier und Pflanze sei auch im Siedlungsraum möglich. Balkone könnten begrünt, Rasenplätze in Blumenrasen umgestaltet und der Garten mit einheimischen Pflanzen und Sträuchern bepflanzt werden. «Jeder kann mit etwas gutem Willen dazu beitragen, dass uns die Vogelwelt erhalten bleibt», so Moosbauer.

Bedroht: Die Blaumeise. (Bild: pd)

Bedroht: Die Blaumeise. (Bild: pd)

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