Gaunern die Arbeit erschweren

ARBON. Mit zahlreichen Tricks gelingt es Ganoven, Senioren um Hab und Gut zu bringen. Die Kantonspolizei demonstriert, wie man sich davor schützen kann.

Hedy Züger
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Kapo-Mitarbeiter Daniel Meili erklärt, wie die Zeitschaltuhr funktioniert. (Bild: Hedy Züger)

Kapo-Mitarbeiter Daniel Meili erklärt, wie die Zeitschaltuhr funktioniert. (Bild: Hedy Züger)

«Ich bitte Sie um Münz, und da ich ein Zauberer bin, fingere ich alle Noten aus ihrem geöffneten Portemonnaie heraus.» So stieg Daniel Meili, Mediensprecher der Kantonspolizei, beim Seniorennachmittag im evangelischen Kirchgemeindehaus zügig mitten in sein rhetorisch und schauspielerisch perfekt inszeniertes Referat: Sicherheit vor Dieben und Gaunern im Alter. Meili zeigte die Chancen auf, dem Gesindel das Handwerk zu erschweren.

Gesundes Misstrauen

Der Mitarbeiter der Kantonspolizei Thurgau ging tricksige Situationen durch. Misstrauen sei nicht unhöflich: «Am Bancomat dulden wir keine Unbekannten dicht hinter uns.» Notfalls unterbreche der Druck auf den roten Stopper am Bancomat alle Transaktionen.

Die Hunderten Autoeinbrüche jährlich, auch in gesicherten privaten Tiefgaragen, liessen sich auf Null herunterfahren, wenn nichts Wertvolles oder Auffallendes im Fahrzeug bliebe wie Portemonnaie, Handy, Navy, Jacken.

Türen und Fenster schliessen

Alle Türen und Fenster seien auch im Sommer geschlossen zu halten, sagte Meili, «sogar in der eigenen Garage». Gestohlen werde alles, was nicht niet- und nagelfest sei, von der Maschine im Neubau bis zum Portemonnaie im Supermarkt, das in der Tasche am Einkaufswagen baumelt. Im Thurgau sei Betteln verboten, auch von angeblich Taubstummen, die mit fragwürdigen Plakaten auftreten. «Wenn Ihnen jemand auffällt, nicht zögern und 117 anrufen. Merken Sie sich das Signalement und informieren Sie die Kapo möglichst präzise», so Meili.

Zeitschaltuhr nutzen

Die Senioren im Kirchgemeindesaal merkten sich weitere Tips: Nur in die Wohnung lassen, wer bekannt oder angemeldet ist. Keine Bargeldspenden herausgeben; wenig Bargeld auf sich tragen; Zahlungen bargeldlos leisten; sich nicht von Versprechungen blenden lassen; keine persönlichen Daten bekanntgeben; unseriöse Angebote dem Konsumentenschutz melden. Daniel Meili witzelte: «Wo würden Sie einbrechen, im beleuchteten oder im dunklen Haus?» Er warb für die Zeitschaltuhr. Sie sichert die Beleuchtung auch bei Abwesenheit.

Pfarrer Harry Ratheiser und sein Team trugen Kaffee und Süsses auf und wünschten den Besuchern, «dass 2016 es gut mit Ihnen meint und Sie nie Opfer von Betrügern oder Dieben werden».

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