Gaskunden zahlen künftig mehr

AMRISWIL. Der Gaspreis steigt in Amriswil auf den 1. April. Die Technischen Betriebe reagieren damit auf eine Erhöhung der Lieferantin auf vergangenen Oktober. Seither wurde ein Verlust erwirtschaftet, der über die Reserve gedeckt ist.

Rita Kohn
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Chefmonteur Walter Müggler hat die einzelnen Stationen der Gas- und Wasserversorgung im Blick. (Bild: Donato Caspari)

Chefmonteur Walter Müggler hat die einzelnen Stationen der Gas- und Wasserversorgung im Blick. (Bild: Donato Caspari)

Wer sein Einfamilienhaus mit Gas heizt, wird dieses Jahr voraussichtlich 70 bis 150 Franken mehr bezahlen müssen. Denn die Technischen Betriebe erhöhen auf den 1. April den Gaspreis. «Wir kommen leider nicht darum herum», sagt TBA-Leiter Karl Spiess. Hintergrund der höheren Tarife ist die Preiserhöhung durch die Vorlieferanten, die bereits per 1. Oktober 2012 erfolgt ist.

Amriswil habe die Gaskunden aber nicht derart kurzfristig mit einer Preiserhöhung konfrontieren wollen, erklärt Spiess den halbjährigen Aufschub. Weil aber der bisherige Tarif die tatsächlichen Kosten keineswegs mehr zu decken vermag, habe man nun handeln müssen.

Reserve dafür da

Alleine im ersten Quartal 2013 rechnen die TBA mit einem Erdgasverkauf von 15 Millionen kWh. Dadurch entstünden Mehrkosten beim Erdgasankauf von 75 000 Franken, die zulasten der TBA gehen. In den letzten Jahren wurde jedoch für solche Fälle vorgesorgt. Eine Tarifausgleichsreserve von gut 250 000 Franken federte die Folgen der Erhöhung durch die Vorlieferanten ab.

Diese Reserve ist nun zum grossen Teil erschöpft. Für Karl Spiess ist das jedoch kein Problem. «Reserven sind dazu da, Schwankungen auszugleichen», sagt er. Er halte nichts davon, die Reserven stets nur zu äufnen. Gerade in einem solch volatilen Markt wie dem Energiemarkt müsse man Handlungsspielraum haben.

Weitere Erhöhung in Sicht

Mit der nun beschlossenen Erhöhung von 7,1 auf 7,6 Rappen pro kWh sei die Belastung für einen durchschnittlichen Haushalt verkraftbar, ist der TBA-Leiter überzeugt. Doch die Gasbezüger kommen noch nicht zur Ruhe. Bereits auf den 1. Januar 2014 müssen sie mit einer weiteren Preiserhöhung rechnen. «Die CO2-Abgabe wird auf diesen Termin hin von 36 auf 60 Franken pro Tonne erhöht. Das schlägt sich auf den Gaspreis nieder.»

Wesentlich gravierender für die grösseren Gasbezüger ist jedoch die Bestimmung, wonach die Vorlieferantin keine Rückvergütung für Verträge von abschaltbaren Anlagen mehr gewährt. «Die abschaltbaren Anlagen haben uns eine gute Jongliermasse geboten.» In Spitzenzeiten konnten auf diese Weise verschiedene Anlagen für eine kurze Zeitspanne von Gas auf Öl umgeschaltet werden und trugen so zur Entlastung des Gasnetzes bei. Für Karl Spiess ist es nicht ganz nachvollziehbar, weshalb diese Praxis nun nicht mehr gelten soll.

Wenig Neukunden

Seit ein Trend hin zur Wärmepumpe eingesetzt hat, kommen in Amriswil nur noch wenig Neukunden für Gas hinzu. Das vor allem, wenn Altliegenschaften saniert und alte Ölheizungen durch Gasheizungen ersetzt werden.

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