Ganggelisteg wird saniert

BUSSNANG. 1882 gebaut und vor 30 Jahren erneuert, ist der Ganggelisteg ein Wahrzeichen Bussnangs. Nun soll die längste Seilbrücke im Thurgau neue Farbe und ein neues Geländer erhalten.

Markus Zahnd
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Gute Verbindung: Für viele Bussnanger Oberstufenschüler ist der Ganggelisteg der schnellste Weg nach Weinfelden. (Bild: Donato Caspari)

Gute Verbindung: Für viele Bussnanger Oberstufenschüler ist der Ganggelisteg der schnellste Weg nach Weinfelden. (Bild: Donato Caspari)

Die Bretter knarren, die Seile quietschen und wenn mehrere Personen gleichzeitig darauf gehen, dann beginnt er zu schaukeln: der Ganggelisteg. Die Drahtseilbrücke für Fussgänger wurde 1882 als Verbindung zwischen Bussnang und Weinfelden erstellt, die Kosten betrugen damals 12 000 Franken.

Weil er beim Begehen hohe Schwingungen aufwies, erhielt er den Namen Ganggelisteg.

Vor gut 30 Jahren wurde der Steg wegen Sicherheitsmängeln neu gebaut, nur die beiden rund 20 Meter hohen Pylonen auf beiden Seiten, die die Seile tragen, blieben bestehen.

Die Drahtseilbrücke, die mit ihren 120 Metern im Thurgau die längste ihrer Art ist, befindet sich nach 30 Jahren in einem guten Zustand. Dennoch soll sie saniert werden. «2007 beschäftigten wir uns bei der Unterhaltsplanung auch mit dem Steg», sagt der Bussnanger Gemeindeammann Ruedi Zbinden.

Zusammen mit dem kantonalen Tiefbauamt kam die Gemeinde zum Schluss, dass vor allem die Oberfläche des Ganggelistegs wegen der abblätternden Farbe und des drohenden Rosts neu gemalt werden muss.

200 000 Franken Baukosten

Beim Überqueren des Stegs beschleicht den Fussgänger durch das Schaukeln ein leicht mulmiges Gefühl. Besonders jetzt, wenn die Bretter vereist sind und die Rutschgefahr hoch ist, fällt auf, dass das Geländer relativ grosse Löcher hat. Daher wird auch die Vergitterung neu gemacht.

«Bis jetzt ist zum Glück noch nie etwas passiert. Aber eine neue Rutsch- und Absturzsicherung ist sicher nötig», sagt Zbinden. Ebenfalls ersetzt werden die Bretter am Boden des Stegs. Zur Diskussion stand auch, ob auf dem knapp einen Meter breiten Steg eine Ausweichmöglichkeit geschaffen werden soll. «Diese Anfrage kam aus der Bevölkerung, ist aber kaum umzusetzen», erklärt der Gemeindeammann. Dies vor allem deshalb, weil die zwei Pylonen weiter so stehen bleiben sollen.

Bevor der Ganggelisteg saniert werden kann, muss die Gemeindeversammlung im Herbst dem Kredit zustimmen. Die Kosten betragen rund 200 000 Franken, den Löwenanteil wird die Gemeinde Bussnang tragen. Bereits bei der Errichtung im Jahr 1882 trug Bussnang mit 3500 Franken den grössten Teil bei. Ebenfalls beteiligt waren damals der Kanton Thurgau sowie Private und die Gemeinde Weinfelden.

Diese hat sich auch bei der Sanierung vor 30 Jahren finanziell beteiligt, obwohl sie dies eigentlich gar nicht musste: 1882 bezahlte die Gemeinde nämlich zusätzlich 1000 Franken, um sich von künftigen Unterhaltsarbeiten loszukaufen. Zbinden glaubt, dass sich Weinfelden auch bei der bevorstehenden Sanierung beteiligt. Zahlen kann er noch keine nennen, «es dürfte aber im gleichen Rahmen sein wie vor 30 Jahren. Der Entscheid liegt beim Weinfelder Gemeinderat.»

Zwei bis drei Monate gesperrt

Wenn alles nach den Vorstellungen des Bussnanger Gemeinderats läuft, wird der Ganggelisteg im Sommer 2011 saniert. Während zwei bis drei Monaten wird die Brücke gesperrt sein. Danach steht er den Fussgängern und vor allem auch den Bussnanger Schülern, die mit dem Velo in die Oberstufe nach Weinfelden fahren, wieder offen. «Ganggeln», also schaukeln, wird der Steg auch nach der Sanierung.