Fusion ist ein Gebot der Stunde

BISCHOFSZELL. An der 29. Jahresversammlung des Handels- und Industrievereins Bischofszell und Umgebung sprechen sich fast alle Mitglieder für einen Zusammenschluss mit dem Arbeitgeberverband Mittelthurgau aus. Dieser entscheidet im März.

Georg Stelzner
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Befürworten die Fusion mit der Mittelthurgauer Partnerorganisation: Aurelio Wettstein, Vizepräsident des Handels- und Industrievereins Bischofszell und Umgebung, Peter Weber, Vorstandsmitglied des Vereins, Matthias Wagner, CEO der Max Hauri AG, Dieter Woschitz, Vereinspräsident, und Beat Frei, Vereinssekretär. (Bild: Nana do Carmo)

Befürworten die Fusion mit der Mittelthurgauer Partnerorganisation: Aurelio Wettstein, Vizepräsident des Handels- und Industrievereins Bischofszell und Umgebung, Peter Weber, Vorstandsmitglied des Vereins, Matthias Wagner, CEO der Max Hauri AG, Dieter Woschitz, Vereinspräsident, und Beat Frei, Vereinssekretär. (Bild: Nana do Carmo)

Wichtigstes Traktandum an der Vereinsversammlung vom Donnerstagabend war der vom Vorstand zur Diskussion gestellte Zusammenschluss mit dem Arbeitgeberverband (AGV) Mittelthurgau. Das Abstimmungsergebnis liess an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig: Von den anwesenden 41 Mitgliedern sprachen sich 39 für die Fusion aus; ein Mitglied enthielt sich der Stimme, ein anderes lehnte den Antrag ab.

Zweijähriger Prozess

Laut Dieter Woschitz, Präsident des Handels- und Industrievereins Bischofszell und Umgebung, laufen die Vorbereitungen für eine Fusion mit dem AGV Mittelthurgau seit zwei Jahren. «Unsere lokale Verankerung ist gut, doch sind wir der Meinung, dass es auf lange Sicht sinnvoller ist, regional zu agieren», begründet Woschitz den Wunsch nach einem Zusammenschluss.

Auch die neue Bezirkseinteilung mit der daraus resultierenden Ausrichtung auf den Hauptort Weinfelden spiele eine Rolle. Ziel sei es, so Woschitz, sich auf kantonaler Ebene mehr Gehör zu verschaffen, und das gelinge mit einem grösseren Verein beziehungsweise Verband besser.

Paritätischer Vorstand

Die Einschätzung des Präsidenten teilt auch Matthias Wagner, CEO der Max Hauri AG. «Wir wollen über die Region Bischofszell hinaus Einfluss nehmen können.» Der Sinn einer Fusion mit dem in Weinfelden ansässigen AGV Mittelthurgau steht für Wagner ausser Frage: «Eine überregionale Vernetzung ist wichtig und sinnvoll, zumal wir in beiden Regionen auch die gleichen Sorgen und Interessen haben.» Auch Peter Weber, Mitglied des Vereinsvorstands, verspricht sich viel von einem erweiterten Netzwerk.

Vor dem Hintergrund, dass der AGV Mittelthurgau mehr als doppelt so viele Mitglieder hat, verweist Aurelio Wettstein, Vizepräsident des Handels- und Industrievereins Bischofszell und Umgebung, auf die zugesicherte Gleichbehandlung und Gleichberechtigung der Bischofszeller. Bei diesem Zusammenschluss werde es keinen Verlierer geben. «Der Vorstand des neuen Vereins wird mit je vier Vertretern aus beiden Regionen paritätisch besetzt sein; die Versammlungen werden alternierend in Bischofszell und Weinfelden stattfinden.»

Der Wunsch nach einer Fusion ist auch politisch motiviert, wie Vereinssekretär Beat Frei einräumt. «Die Region Bischofszell ist im Grossen Rat nicht übermässig stark vertreten. Wir hoffen, dies mit einer grösseren, einflussreicheren Interessenvertretung korrigieren zu können.»

Geld für neuen Rosengarten

Fusionieren Vereine, spielen die Finanzen eine nicht unwesentliche Rolle. In diesem Fall hat die Zusammenlegung der beiden Vereinskassen für die Stadt Bischofszell einen erfreulichen Nebeneffekt. Bei der Berechnung des Vereinskapitals pro Mitglied ergibt sich auf Bischofszeller Seite nämlich ein Überschuss von 25 000 Franken. Dieses Geld soll nach den Worten Wettsteins dem Verein Rosen- und Kulturwoche zweckgebunden zur Verfügung gestellt werden. «Vorgesehen ist, damit einen neuen Rosengarten anzulegen», sagt Wettstein.

Zuvor muss aber auch der AGV Mittelthurgau den Zusammenschluss absegnen. Dies soll am 13. März geschehen. Damit bliebe dem Handels- und Industrieverein Bischofszell und Umgebung allerdings das 30-Jahr-Jubiläum verwehrt, denn der Fusionsvertrag wäre rückwirkend per 1. Januar 2014 gültig.

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