Für eine Nacht im Kaufhausbett

AMRISWIL. 480 Personen haben sich beworben, gewonnen hat Janine Nef aus St. Gallen. Sie steht zusammen mit ihrem Freund André Niklaus am Eingang der Micasa und wartet nun darauf, was sie als nächstes erwartet.

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Ungewohnt, aber spassig: Janine Nef und André Niklaus haben eine Nacht im Amriswiler Micasa verbracht. (Bild: Nana do Carmo)

Ungewohnt, aber spassig: Janine Nef und André Niklaus haben eine Nacht im Amriswiler Micasa verbracht. (Bild: Nana do Carmo)

Amriswil. 480 Personen haben sich beworben, gewonnen hat Janine Nef aus St. Gallen. Sie steht zusammen mit ihrem Freund André Niklaus am Eingang der Micasa und wartet nun darauf, was sie als nächstes erwartet. Das junge Paar wird nicht nur die nächsten Stunden, sondern die ganze Nacht im Amriswiler Möbelgeschäft verbringen, dort essen und schlafen – mitten in der Ausstellung.

Wohn-, Schlaf- und Esszimmer

Als erstes geht es für das junge Paar auf einen Rundgang. Fachmarktleiterin Natalia Caviezel zeigt als erstes das Wohnzimmer für eine Nacht. Ein grosser Fernseher steht bereit, damit Janine Nef und André Niklaus die Zeit überbrücken können, wenn es ihnen langweilig wird. Dann folgt das zugeteilte Schlafzimmer. Etwas skeptisch der Blick von André Niklaus. «Ich schlafe eigentlich nicht gerne in fremden Betten», sagt er. Aber für ihn ist klar: «Für eine Nacht geht das schon.»

Der Rundgang endet in der Ausstellung der Esszimmer. Bereits liegen auf einem der Tische die Gedecke bereit. Auf die Gewinnerin und ihren Freund wartet nämlich an diesem Abend auch ein schmackhaftes Dreigang-Menu.

Wenig Kundenfrequenz

Das Schlafen im Kaufhausbett bereitet dem jungen Paar keine Sorgen. Vielmehr der Gedanke, mitten in der Ausstellung zu essen und dabei von allen Seiten beobachtet zu werden. Doch das ist an diesem Freitagabend kein Problem. Es ist warm draussen, und nur wenige Kaufinteressierte sind in der Ausstellung unterwegs.

Die Leute schlendern vorbei, den Blick geradeaus gerichtet. Erst hinter der Wand kehrt sich die Frau um, um nochmals einen Blick zurückzuwerfen. Hat sie recht gesehen? Da sitzt ein junges Paar mitten in einer Möbelausstellung und lässt es sich schmecken? «Ach, das war ein Wettbewerb», erklärt die Verkäuferin und die Kundin ist beruhigt.

DVDs für die Nacht

Nach dem Nachtessen wechseln Janine Nef und André Niklaus kurz ins Geschäft nebenan. Im M-Electronics dürfen sie sich verschiedene DVDs ausleihen. So lässt sich die Nacht auch überbrücken, falls sie nicht schlafen können. Natalia Caviezel erklärt den beiden auch, dass sie die Übung jederzeit abbrechen können. Sie selbst schläft in dieser Nacht in den hinteren Räumen der Micasa und kann telefonisch benachrichtigt werden, wenn es den Übernachtungsgästen an irgendetwas fehlen sollte.

Schon bald darauf beginnt für Janine Nef und André Niklaus das Abenteuer Kaufhaus. Sie haben nicht nur so viel zu essen bekommen, dass sie «problemlos drei Tage überlebt hätten». Zu den Überraschungen gehört es auch, dass sie ein Kickboard in die Hand gedrückt bekommen. Dann gehen die Rolladen runter, und die beiden sind sich selbst überlassen.

Wieder zu Kindern geworden

Eine ganze Nacht lang können Janine Nef und André Niklaus das Sortiment studieren – schliesslich haben sie nicht nur die Übernachtung samt Verpflegung gewonnen. Kurz vor dem Umzug kommt der Einkaufsgutschein im Wert von 1000 Franken gerade recht. Zwar haben sie schon die meisten Möbel, aber da und dort gibt es noch tolle Accessoires für die neue Wohnung.

Zuerst einmal wird aber die Ausstellung mit dem Kickboard erkundet. Es gibt doch einiges zu entdecken. «Wir sind gerade wieder zu Kindern geworden und sind mit den Kickboards um die Kurven geflitzt», verrät das Paar am folgenden Morgen. Geschlafen haben beide nicht viel. Sie wollten unbedingt aufstehen, bevor das Personal mit der Arbeit beginnt.

Mehr als verwöhnt

Kurz nach dem Aufstehen steht auch schon das Frühstück auf dem Tisch. Zwischen Kaffee und Gipfeli diskutieren die beiden über den bevorstehenden Tag. Das Paar hat einen Ausflug nach Ulm geplant. Dort wollen sie sich mit Dirndl und Lederhosen eindecken. Weil der Laden aber schon um zwei schliesst, ist der Zeitrahmen knapp. Ob sie sich wieder bewerben würden? «Ja, es war einmal etwas ganz Besonderes, und wir wurden von unseren Gastgebern mehr als verwöhnt.»