Für Disentis ins Fernsehen

Paul Andreoli aus Sulgen kennt seinen Heimatort Disentis recht gut. In der TV-Sendung «SF bi de Lüt – Heimspiel» tritt er morgen Freitag als Kandidat an.

Hannelore Bruderer
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Vor TV-Auftritt: Paul Andreoli. (Bild: hab)

Vor TV-Auftritt: Paul Andreoli. (Bild: hab)

SULGEN. «Mein Heimatort Disentis ist für mich mehr als nur ein Eintrag in meinem Reisepass», sagt Paul Andreoli. Der 44jährige ist am 30. Januar in der Fernsehsendung «SF bi de Lüt – Heimspiel» zu sehen, wo er mit einem anderen Kandidaten um den Einzug in die Schlussrunde kämpft. Als das Fernsehen vor einigen Monaten Kandidaten für den Austragungsort Disentis suchte, hat sich Andreoli beworben. «Ich wurde zum Casting ins Studio Zürich eingeladen und hatte keine Ahnung, was mich dort erwarten würde», schmunzelt Andreoli. In der Cafeteria von SF DRS hätten ihm zwei Personen vor laufender Kamera viele Fragen gestellt. Drei Wochen später informierten ihn die Sendungsmacher, dass er für das Spiel ausgewählt worden sei.

Blick hinter die Kulissen

Aufgezeichnet wurde die Fernsehsendung im kalten, verschneiten Disentis kurz vor Weihnachten. Paul Andreoli erinnert sich gerne an die Dreharbeiten. «Ich hatte Gelegenheit zu sehen, was alles hinter so einer Fernsehsendung steckt. Da wir alle im selben Hotel übernachteten, lernte ich auch das Team recht gut kennen.» Welche Aufgaben auf ihn warteten, will er nicht verraten. Einfach sei es aber nicht gewesen.

Als mittlerer von drei Brüdern ist Paul Andreoli in Bronschhofen aufgewachsen. Da Vater und Mutter aus der Surselva stammen, wurde zu Hause immer Rätoromanisch gesprochen. «Im Französischunterricht in der Schule war das ein grosser Vorteil. Auch in meinem Heimatort staunen die Leute manchmal nicht schlecht, wenn ich von meinem Thurgauer Dialekt fliessend ins Rätoromanische wechsle.» Schon als Kinder seien sie oft bei den Grosseltern in Disentis zu Besuch gewesen. Ihr Haus dient mittlerweile als Ferienwohnung. So kommt es, dass der Sulger auch heute noch des öfteren in Disentis anzutreffen ist: im Winter zum Skifahren und im Sommer zum Wandern.

Paul Andreoli ist Zugsverkehrsleiter bei den SBB. «Mein Beruf ist ähnlich wie der eines Fluglotsen», erklärt er. «Wir überwachen vom Bahnhof Kreuzlingen aus verschiedene Strecken im Netz mit einer Gesamtlänge von über 100 Kilometern.» Fallen Züge aus oder haben sie Verspätung, dann müssen die Verkehrsleiter den übrigen Zugsverkehr neu koordinieren und – falls nötig – Ersatzfahrzeuge aufbieten. Paul Andreolis Beruf brachte es mit sich, dass er schon einmal in Sulgen wohnte, dann aber fünf Jahre in Chur arbeitete und deshalb erst seit 2007 wieder im Thurgau lebt.

Hauptsache, es fährt

«Fahren» ist wohl der Begriff, der die Hobbies des 44jährigen am besten umschreibt, wobei der Untersatz variiert. Manchmal ist es der Zug, dann das Velo oder Mountainbike, dann das Motorrad und seit neuestem immer öfters sein Cabriolet. «Wenn es das Wetter zulässt, öffne ich auch im Winter das Dach», lacht er. «Dann bin ich allerdings warm eingepackt, mit Mütze und Schal.»

Zu Hause hört Paul Andreoli gerne Musik aus seiner umfangreichen CD-Sammlung oder schaut sich Filme an. Dann hat er auch Zeit, um sich seinen zwei schwarzen Katzendamen, Flo und Sam, zu widmen.

«SF bi de Lüt – Heimspiel»; Freitag, 30. Januar, 20.05 Uhr, SF 1.

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