Für die Bikiniszene war's zu kalt

Die Theatergruppe Bodensee probt seit letztem Herbst in der Mehrzweckhalle in Uttwil die Komödie «Kein Problem für Ludwig». Premiere des Dreiakters ist am 21. März. Weitere Vorstellungen am Freitag, 27., und Samstag, 28. März.

Rudolf Steiner
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In der Komödie «Kein Problem für Ludwig» geht es stellenweise lebhaft zu und her. Das Flirten kommt allerdings auch nicht zu kurz. (Bild: Rudolf Steiner)

In der Komödie «Kein Problem für Ludwig» geht es stellenweise lebhaft zu und her. Das Flirten kommt allerdings auch nicht zu kurz. (Bild: Rudolf Steiner)

Uttwil. Draussen ist es noch winterlich kalt, halb regnet, halb schneit es, ein richtiges Huddelwetter. Petrus kann oder will sich offensichtlich noch nicht zwischen Winter und Frühling entscheiden. Auch drinnen in der Mehrzweckhalle ist es nicht sonderlich warm, die Frauen und Männer der Theatergruppe Bodensee haben sich darum warm angezogen. Einige sind sogar leicht erkältet und tragen zusätzlich Pullover und Faserpelzjacken und wärmende Schals.

Fast wie das CD-Cover von U2

Die Szenerie passt so gar nicht zum Geschehen auf der Bühne, denn dort spriesst's und blüht's, nicht nur die Apfelbäume auf dem neuen, fünf Meter langen Bühnenbild mit Segelbooten und Bodensee. Es wird gemunkelt, dass es sich bei der Dorfsilhouette nicht um Uttwil, sondern ums Nachbardorf Kesswil handeln könnte. Fast wie beim neuen CD-Cover «No Line on the Horizon» der britischen Rockband U2, auf dem angeblich aber der Bodensee bei Uttwil abgebildet sein soll.

Kostüme noch im Schrank

Auch Regisseurin Alice Weber sieht die Linie am Horizont noch nicht so deutlich. Mit dem offenen Drehbuch in der Hand steht sie fast etwas verloren im grossen, leeren Zuschauerraum, in dem sich an den vier Vorstellungen hoffentlich jedes Mal 200 Personen vor Vergnügen auf die Schenkel klopfen. «Halt, stop, du musst lauter sprechen», ruft sie Vereinspräsident Martin Rodel laut zu, der Professor Ludwig Habergrütz, einen vermögenden Kurgast, spielt. Und auch mit Knecht Emil, der zu früh auf der Bühne auftaucht, ist sie nicht zufrieden.

Aber auch bei den Requisiten passt noch nicht alles perfekt: beim Sonnenschirm fehlt die Verlängerung des Stiels, die Heinze, die auf der Chratzlialp als Wöschhängi dient, ist auch nicht da. Immerhin taucht Bauer Iseli, gespielt von Frank Minikus, mit einer richtigen scheppernden Melkmaschine auf. Die Schauspieler und Schauspielerinnen tragen an diesem Probeabend noch ihre Alltagskleider, die Kostüme sind zwar bereit, bleiben aber noch bis zur Hauptprobe im Schrank.

Es knistert gewaltig

Und für die Bikiniszene der sich im Liegestuhl räkelnden Tochter Vroni Iseli wäre es in der kühlen Mehrzweckhalle an diesem Abend schlicht zu kalt gewesen. Trotzdem knistert es aber gewaltig, denn im Dreiakter «Kein Problem für Ludwig» wird geflirtet, geschäkert und gebaggert, was das Zeug hält. Ganz nach dem Motto «Uf de Chratzlialp gits kei Sünd».

Noch hat das Ensemble um die 77jährige Regisseurin bis zur Premiere fast zwei Wochen Zeit, um die Szenen zu perfektionieren. Nachdem die ersten Proben ab Ende Oktober einmal wöchentlich stattfanden, wird seit Anfang Februar zweimal pro Woche geprobt. Aber die Theatergruppe, in der übrigens niemand aus Uttwil kommt, hat jahrelange Erfahrung, einzelne sind sogar schon seit Anfang dabei. Und so sind sie auch zuversichtlich, dass bis zur Premiere just zu Frühlingsbeginn alles klappen wird.

Vier Vorstellungen

Die Premiere findet am Samstag, 21. März statt. Die erste Vorstellung nachmittags um 15 Uhr ist gratis, sozusagen als Dank an die Gemeinde für die Benützung der Mehrzweckhalle, um 20 Uhr ist dann die richtige Premiere. Weitere Vorstellungen am Freitag, 27., und Samstag, 28. März, um 20 Uhr. Billette können online auf www.theater-bodensee.ch oder via 079 765 00 72 bestellt werden.

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