Frühling liegt in der Luft

Räbeblatt

De Wortmetz
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Die Temperaturen steigen, die Knospen spriessen, das Gras wird grüner und die ersten Blümchen zeigen sich am Wegesrand. Der Duft des neuen Jahres breitet sich aus. Die ersten Gartenarbeiten werden erledigt und Bäume geschnitten. Bettwäsche hängt zu den Fenstern raus, endlich kann wieder länger gelüftet werden. Morgendliches Vogelgezwitscher ersetzt den Wecker – wobei sich das schon etwas schwieriger gestaltet.

Wer einigermassen intakte Riechnerven sein Eigen nennt, konnte den markanten Frühlingsboten in Weinfelden sofort wahrnehmen. Gülleduft- geschwängerte Luft. Wenn es mehrere Tage lang nach Gülle stinkt, dann wissen wir, der Frühling ist da. Endlich können die Bauern ihre Jauchegruben leeren und den Inhalt auf den Weiden und Äckern verteilen. Beim Versuch, sein Haus oder seine Wohnung zu lüften, ist das Ergebnis eindeutig. Anstatt Frische und Frühling hereinzulassen, verwandelt man flugs sein Heim in einen Kuhstall.

Dieses Jahr hatte man das Gefühl, dass sich über Winter entweder mehr Bauern angesiedelt haben oder die Anzahl der Kühe aufgestockt wurde. Wie auch immer, fast eine Woche Nasenreizungen ist dann doch des Guten zu viel. Nachdem sich der Geruch verflüchtigt hat und von den Dieselabgasen der un- zähligen Bagger verdrängt wird – die Strasse um Strasse aufreissen –, Baulärm das Vogelgezwitscher übertönt und wir die Zeit umstellen, wissen wir immerhin, der Frühling ist da und der Sommer nicht mehr weit.

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