Früh aufstehen lohnt sich

ERMATINGEN. Am ersten Sonntag im Monat lädt der Ornithologische Verein Steckborn und Umgebung zum Singvogel-Spaziergang in Ermatingen ein. Der Singschwan ist derzeit der Star auf dem See.

Achim Holzmann
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Die Hobbyornithologen Marvin Moosmann und Stefan Braun erkunden die Entenarten am Untersee. (Bild: Achim Holzmann)

Die Hobbyornithologen Marvin Moosmann und Stefan Braun erkunden die Entenarten am Untersee. (Bild: Achim Holzmann)

Mehr als 17 Enten-arten, darunter viele farbenfrohe Stockenten, kräftig gebaute Taucherenten, schwarzweisse Reiherenten oder die Kolbenente mit ihrem rotbraunen Kopf zählen zu den vielen Überwinterungsgästen am Untersee. Das Highlight ist der Singschwan. Am vergangenen Sonntag lud der Ornithologische Verein Steckborn und Umgebung zum zweiten Singvogel-Spaziergang in diesem Jahr ein. Pünktlich um 8 Uhr begann die Erkundungstour am Ermatinger Bahnhof. Der Fokus richtete sich in erster Linie auf die Winterquartiere der Enten und auf den Lebensraum der Wasservögel.

Der Ornithologische Verein organisiert seine Singvogel-Spaziergänge bereits seit fünf Jahren. Das Angebot ist eine spontane und unverbindliche Gelegenheit, auf einem knapp zweistündigen Morgenspaziergang die Sing- und Wasservögel vor der Haustüre zu beobachten. Die Fachinformation dazu liefern die Hobbyornithologen Jakob Rohrer, Marvin Moosmann und Stefan Braun.

Singschwan steht im Fokus

Die beliebten Familienspaziergänge finden jeweils am ersten Sonntag im Monat statt und erfreuen sich einer grossen Resonanz. Dazu sagt Stefan Braun: «Die Vogelarten in unserer Region bieten während des ganzen Jahres sehr viele spannende und interessante Begebenheiten.» Im Winter geht es beim Spaziergang in erster Linie um die Wasservögel. Der Fokus liegt dabei auf dem Singschwan mit seinem geraden Hals und seinem typischen gelben Schnabel.

Eigentlich handelt es sich bei dieser Vogelart um Brutvögel der osteuropäischen und sibirischen Taiga, sagt Braun. Ihr Verbreitungsgebiet reicht von Island über Skandinavien bis nach Sibirien. Der natürliche Lebensraum ist die karge Tundra. Im Winter fühlen sich die Singschwäne am Untersee aber besonders wohl.

Beobachter von überall her

Das Gewässer bietet ausreichend Nahrung und ist im grossen und ganzen eisfrei. Ornithologen aus der gesamten Schweiz reisen extra nach Ermatingen, um diese phänomenalen und ruffreudigen Vögel mit ihrem umfangreichen Stimmenrepertoire am Untersee zu beobachten. Der Ruf des Singschwanes ähnelt einem tiefen und nasalen Posaunenklang. Das Begrüssungs- und Triumphgeschrei erinnert an die Laute von Gänsen.

Mit seinen Singvogel-Spaziergängen möchte der Ornithologische Verein Steckborn und Umgebung die Öffentlichkeit für die Natur vor der Haustüre sensibilisieren. «Wer mit offenen Augen durchs Dorf spaziert, kann sich an der prächtigen Artenvielfalt der Sing- und Wasservögel erfreuen», sagt Braun.

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