Froschorden für Andrea Röst

ROMANSHORN. Guggen hauten tüchtig auf die Pauke, Schnitzelbänkler zogen schonungslos vom Leder: Eine gute Hundertschaft Fasnachtsbegeisterte erlebten am Narrenabend am Freitag in der Kanti-Aula die Aufnahme von Andrea Röst in die Froschgilde.

Markus Bösch
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Die Salmsacher Buchtäfäger (im Bild) und die Romis Näbelhörner sorgten für Stimmung in der Kanti-Aula. (Bilder Markus Bösch)

Die Salmsacher Buchtäfäger (im Bild) und die Romis Näbelhörner sorgten für Stimmung in der Kanti-Aula. (Bilder Markus Bösch)

Sie gehören ganz einfach dazu, zur Romanshorner Fasnacht: Die Schnitzelbanksänger, die Guggenmusiken und seit 1998 die Frösche. Wieder dabei der Theaterverein Salmsach und neu Peter Freund als moderierender Witze-Erzähler. Was nun zu Höhepunkten werden sollte, wird wohl vom fasnächtlichen Geschmack abhängen.

Froschkönig-Spektakel

Zu einer grünen Tradition geworden ist jedenfalls die Verleihung des Froschordens für Leute, die Romanshorn bewegt haben. «Auch wenn es vor dem Kino Roxy noch keinen Froschteich gibt, gequakt hat sie nichtsdestotrotz, damit die bewegten und bewegenden Bilder weiterlaufen in der Hafenstadt», ehrte Christoph Sutter Ordensträgerin Andrea Röst. Gezeigt wurde der extra fürs Kino produzierte Vorfilm. Die neue Fröschin hatte im Anschluss daran die Filmklappe zu bedienen für das live und spontan mit dem Publikum inszenierte Froschkönig-Spektakel. Eingängig sind die Melodien, die den Texten der Schnitzelbänkler unterlegt werden.

Bumshügel und Neuwahlen

Seit Jahren sind die Flosschaoten dabei, wenn es gilt, Lokales und Nationales fasnächtlich aufzubereiten. Sexboxenstop, die abgelehnte Autobahnvignette, neue Grenzen und das Mocmoc-Jubiläum gehörten in ihr Repertoire. Die FCR-Sänger haben 22 Jahre auf dem Buckel und sind immer noch im Saft: Neben gewaschenen Steuergeldern und ahnungslosen Politikern machten sie sich stark für die «Hafenstadt, die aufleben wird, wenn die Leute auch da einkaufen und sich ins Geschehen einbringen». Im Theaterverein Salmsach sind sie fusioniert, die Bewohner von Nachbardorf und -stadt: Als «Zündschnur» traten einige von ihnen auf, ziemlich unverblümt. Hafenlounge, Hafenstrasse und Bumshügel wurden fokussiert und im Stil von «Netz Natur» wurden der «gemeine Radfahrer» und der «akute Motzer» entdeckt. Die Zuschauer quittierten es mit Begeisterung, ebenso wie die trockene Antwort auf die Frage «Gibt es nichts Positives in Romanshorn? – In einem Jahr sind Neuwahlen.»

Lieber zweimal

Bedient an Bar und Kasse von den Hafeschnoggen, oblag es den beiden lokalen Guggenmusigen, die lärmige Seite der Fasnacht erklingen zu lassen. Den Salmsacher Buchtäfägern und den Romis Näbelhörnern gelang es einmal mehr, fasnächtliche Ausgelassenheit zu verbreiten. Melancholie ob der abgelehnten politischen Fusion sollte keine aufkommen, denn zwei Guggenmusigen von Format sind definitiv besser als eine.

Andrea Röst Trägerin des Froschordens (Bild: Picasa)

Andrea Röst Trägerin des Froschordens (Bild: Picasa)

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