Fronarbeit für Gemeinden

ROMANSHORN. 70 Lehrlinge der Baufirma Kibag führen diese Woche im Rahmen eines Projektes diverse kleinere Arbeiten für Gemeinden im Oberthurgau aus, die nur das Material zahlen müssen. Das Angebot kam an vielen Orten wie gerufen.

Markus Schoch
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In Salmsach bessern die Lehrlinge schadhafte Stellen an einem Trottoir aus. (Bild: Reto Martin)

In Salmsach bessern die Lehrlinge schadhafte Stellen an einem Trottoir aus. (Bild: Reto Martin)

«Es ist eine ideale Lösung für uns», sagt Salmsachs Gemeindeschreiberin Nicole Haas. Die Gemeinde hatte vor, das Trottoir beim «Bodana» instand zu stellen. Die Verantwortlichen mussten deshalb nicht lange überlegen, als die Kibag fragte, ob es für ihre Lehrlinge etwas im Dorf zu tun gebe im Rahmen der Projektwoche im Oberthurgau.

Ähnlich war es in Kesswil. «Wir haben bereits im letzten Winter beschlossen, den Weg auszubessern, der in einem schlechten Zustand ist», sagt Gemeindeammann Kurt Henauer. Jetzt übernehmen die Lehrlinge die Arbeiten.

Beide Seiten profitieren

Es sei eine Zusammenarbeit, von der beide Seiten profitieren. Die Jugendlichen hätten eine sinnvolle Beschäftigung, und die Gemeinde spare etwas Geld, da ihr die Kibag nur die Materialkosten verrechne, sagt Henauer. Dafür müsse sie auch eigene personelle Ressourcen zur Verfügung stellen, relativiert Haas. Der Werkhofmitarbeiter sei oft auf der Baustelle.

Auch in Steinach kam die Kibag-Offerte wie gerufen. Die Lehrlinge erstellen im Weidehof einen Teil eines geplanten Fusswegs. «Es ist eine grossartige Sache», sagt Bauverwalter Hanspeter Eberle. Für die Jugendlichen sei es ein interessantes Projekt, weil sie damit etwas Bleibendes schaffen würden.

Eigner Lehrling macht mit

Das sieht man in Egnach nicht anders. Die Kibag bessert dort einen Teil des Seewegs aus im Bereich der Kehlhofbrücke. Teil des Teams ist auch der Lehrling des Werkhofs, was Gemeindeammann Stephan Tobler besonders freut. Und auch er sagt: «Das Ganze ist eine gute Sache.» Eine Konkurrenz zum lokalen Gewerbe kann er nicht erkennen. Dazu seien die Aufträge zu klein.

Froh um die Hilfe der Lehrlinge ist man auch in Romanshorn. «Das ist tiptop», sagt Stadtrat Max Sommer. «Sie helfen uns, ein paar holprige Ecken schöner zu machen.» Die Jugendlichen legen Platten, kiesen Wege neu und asphaltieren Strassen. Sommer stattete den Baustellen wiederholt einen Besuch ab. Und was er sah, gefiel ihm. «Die Lehrlinge machen ihre Sache gut», sagt Sommer. Freude hat er am Projekt auch deshalb, weil die Jugendlichen in der Jugendherberge am Ort übernachten, und dort für eine gute Auslastung sorgen.

Sieben Sattelschlepper Material

Insgesamt arbeiten die Lehrlinge auf zehn Baustellen in sechs Gemeinden im Oberthurgau. Das nötige Material schaffte die Kibag auf sieben Sattelschleppern herbei. Teilweise stellen auch die Gemeinden Gerätschaften zur Verfügung.

Kibag-Lagerleiter Dezibel Kluge ist froh um die Arbeitseinsätze in den Gemeinden. So könnten die Lehrlinge ihr Know-how einbringen, Verantwortung auf der Baustelle übernehmen, und sie würden einander besser kennen lernen. «Der Teamgeist wird besser.»

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