Frölein Da Capo zum Jubiläum

ROMANSHORN. Seit bald sieben Jahren tritt Frölein Da Capo als Einfrauorchester auf – am Samstag hinterlässt sie beim Jubiläumskonzert fürs Bistro-Komitee in Romanshorn viele begeisterte Besucher.

Markus Bösch
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Einfrauorchester Frölein Da Capo nimmt das Romanshorner Publikum für sich ein. (Bild: Markus Bösch)

Einfrauorchester Frölein Da Capo nimmt das Romanshorner Publikum für sich ein. (Bild: Markus Bösch)

Ist es ihre sonore Stimme, sind es Gitarre, Euphonium und Loop-Gerät oder die alltagstauglichen Themen, die sie an den Mann und an die Frau bringt? Wie auch immer: Beim Jubiläumsanlass beim Romanshorner Bistro-Komitee servierte Frölein Da Capo mit ihrem Programm «Gmischts Plättli» ein überaus mundendes und abendfüllendes Diner.

Wenn etwa der Musikverein ihres Heimat-Dorfes Willisau herhalten muss oder Geschichten aus der Provinz erzählt werden, erkennen die Zuhörer in Blitzesschnelle, wie nahe am Leben die Lieder sind.

Überhaupt ist der Wiedererkennungswert gross, sobald der eigene Alltag und die eigenen Beziehungskisten auf der Bühne gespiegelt werden: «Wehleidig sind die Männer», erfährt das starke Geschlecht. Es wird konfrontiert mit Grippe, die nur unter Androhung eines Zäpfchens geheilt werden kann, das beste Teil des Mannes wird nie gleichzeitig mit dem Hirn gebraucht und: ein Mann ist wahrscheinlich überfordert mit der Komplexität der Frau, denn «ich denke, dass ich weiss, dass du nicht sagst, was du denkst».

Schuh und Garten

Sie erlebe und erzähle Geschichten und schreibe ihre Lieder selber, verriet die zweifache Mutter und Ehefrau, die sich trotzdem noch Frölein nennt. Und die kein Fernweh kennt. Das braucht sie auch nicht, zumindest dann nicht, wenn sie vom zu teuren Schuh in der Schaufensterauslage singt oder von Elfrida und Kurt, deren Liebesballade im Schrebergarten problembehaftet ist, weil sie den Frühling spüren, aber eben nur zu 50 Prozent.

Vermeintlich Suaheli

Frölein Da Capo überzeugte ganz klar mit ihrer Stimme, dem zuweilen feinen, dann auch wortspielerisch starken Humor – und der vielfältigen Musik: Sie singt und spielt mit Trompete und Euphonium, nimmt Sequenzen auf mittels Loop-Gerät, gibt sie übereinander gelegt wieder und begleitet dann mit Gitarre und Stimme. In diesem Sinn verwunderte es nicht, dass sie ihrem Namen alle Ehre machte und als Da Capo mehrere Zugaben bringen musste, in vermeintlichem Suaheli zum Jubiläum und nochmal zur Dorfproblematik, weil es «daselbst zu wenig Männer und auch Frauen zur Auswahl gibt».