Frischzellenkur für das Pfadiheim

In der vergangenen Woche haben freiwillige Helfer das Mittelstück des Jugend- und Pfadiheims in Bürglen neu aufgebaut. Die bisherige, 28 Jahre alte Baracke war in den vergangenen Jahren auf dem ehemaligen Deponiegelände abgesackt.

Mario Testa
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Patrick Marthaler arbeitet auf dem Dach des Bürgler Pfadiheims. Marcel Germann reicht ihm Holzplatten in die Höhe. (Bild: Mario Testa)

Patrick Marthaler arbeitet auf dem Dach des Bürgler Pfadiheims. Marcel Germann reicht ihm Holzplatten in die Höhe. (Bild: Mario Testa)

BÜRGLEN. Tack, tack, tack. Die Nagelmaschine stand letzte Woche beim Jugend- und Pfadiheim Bürglen im Dauereinsatz. «Wir können heute bereits das Dach fertigstellen», sagt Patrick Marthaler am Freitagnachmittag. Er steht auf dem Dach und nagelt ein Brett nach dem anderen auf die Balkenkonstruktion, Marcel Germann reicht ihm vorzu neue Holzplatten hoch.

Grosse Beigen mit diversen Holzelementen liegen zugedeckt noch auf dem Platz vor dem Heim, die meisten Elemente sind jedoch bereits verbaut. «Die Teile wurden alle vorgefertigt, und wir müssen sie nur noch installieren. Es passt alles, wir mussten bisher nichts nachkorrigieren», sagt Marthaler.

Grosse Eigenleistung der Eltern

Für eine Viertelmillion Franken hat der Heimverein Schärme den mittleren der drei Gebäudeteile komplett erneuert. Dieser war in den vergangenen Jahren an verschiedenen Stellen bis zu einer Handbreit abgesackt, weil der Untergrund – eine ehemalige Deponie – nachgegeben hatte. «80 000 Franken dieser Viertelmillion erarbeiten wir dank Eigenleistungen. Die Pfadis sind diese Woche im Lager, so haben auch deren Eltern Zeit, um bei uns auf der Baustelle mitzuhelfen», sagt Marthaler.

Die Fäden auf der Baustelle laufen bei Emil Germann zusammen. Er war schon vor 28 Jahren Bauleiter, als die Holzbaracken aus dem Kanton Aargau nach Bürglen gebracht und hier zum Jugend- und Pfadiheim zusammengebaut wurden, nun ist er es wieder. «Wir haben den Unterboden nicht mehr aus Backsteinen gebaut, sondern betoniert. So ist das Fundament stabil und sollte nicht mehr einsacken», sagt Germann. 20 Jahre habe die alte Konstruktion gut gehalten, erst in den letzten zehn Jahren sei es zu Senkungen gekommen. «Diese waren nicht der einzige Grund für den Neubau. Auch die Isolation war schlecht, viel Energie ist verpufft.»

Weiterbauen an den Samstagen

Jeden Tag haben vergangene Woche bis zu 15 Personen beim Bau mitgeholfen. «Wir haben jeweils um 7 Uhr begonnen und bis in den Abend hinein gearbeitet», sagt Patrick Marthaler. Das Richtfest am Freitagabend war ein kleines Dankeschön des Heimvereins für die vielen Helfer, und es bildete den Abschluss der Bauwoche. Ganz fertig ist das Mittelgebäude des Jugend- und Pfadiheims auch nach dieser intensiven Woche noch nicht. «Wir werden an den Samstagen noch weiter bauen», sagt Marthaler. «Ziel ist, dass der Neubau Ende Oktober ganz abgeschlossen ist.»

Nebst den vielen freiwilligen Helfern musste der Heimverein auch auf Profis zurückgreifen. So haben zwei Holzbauer der Meier Plus AG aus Weinfelden vorgelegt und die Helfer angeleitet, wie sie mithelfen können. Bauleiter Emil Germann ist im Nachhinein zufrieden, dass sich der Heimverein für den Neubau entschieden hat: «Es war die vernünftigste Variante. Jetzt, wo das Gebäude steht, zeigt sich, dass es der richtige Entscheid war.»

Bilder: heim-schaerme.jimdo.com