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Frische Luft für die Fische

Die Situation am Ziegeleiweiher hat sich entspannt. Die Feuerwehr leitete Wasser hinein und zwei Belüfter sind im Einsatz. Das akute Fischsterben dürfte vorerst eingedämmt sein.
Urs Brüschweiler
Ein Belüfter, quasi ein schwimmender Propeller, durchmischt das Wasser und reichert es mit Sauerstoff an. Links ist ein Fischschwarm zu erkennen.

Ein Belüfter, quasi ein schwimmender Propeller, durchmischt das Wasser und reichert es mit Sauerstoff an. Links ist ein Fischschwarm zu erkennen.

Urs Brüschweiler

urs.brueschweiler@thurgauerzeitung.ch

Die meisten der toten Fische sind eingesammelt. Die vielen Möven sind verschwunden. Und auch der strenge Geruch hat sich weitgehend vom Ziegeleiweiher verzogen. Erich und Alfred Herrmann sind erleichtert, dass sich die Situation über das Wochenende entschärft hat (unsere Zeitung berichtete). «Es ist schon viel besser geworden. Die Wasserzufuhr hat viel gebracht.» Der Dank der beiden Anwohner gilt neben den Behörden dem Tägerwiler Peter Riederer. Er wohnte einst ebenfalls an dem kleinen Gewässer in Emmishofen und ist passionierter Fischer und Fischzüchter. Er las am vergangen Freitag in der Zeitung von dem prekären Fischsterben. Und die Lage kam ihm bekannt vor. «Ich habe bereits 1978 dem Wasser im Weiher mit einem Belüfter Sauerstoff zugeführt», sagt er. Also stellte er der Stadt und der kantonalen Fischereiaufsicht zwei seiner eigenen Geräte zur Verfügung. Diese wurden dann auch rasch installiert. Auch die Kreuzlinger Feuerwehr kam zum Einsatz und leitete während eineinhalb Tagen rund 600 Kubikmeter Frischwasser in den Weiher.

Das Problem wird künftig häufiger auftreten

«Wir gehen davon aus, dass diese Massnahmen etwas gebracht haben», sagt Stefan Braun, der Umweltbeauftragte der Stadt Kreuzlingen. Die genaue Wirkung könne man erst abschätzen, wenn die Wasserproben vom kantonalen Amt für Umwelt analysiert worden sind. Peter Riederer ist sich diesbezüglich aufgrund seiner jahrzehntelangen Erfahrung schon sicher. Der schlechte Durchfluss des Ziegeleiweihers und die Klimaerwärmung führten dazu, dass dieses Problem immer wieder und in Zukunft noch häufiger auftauchen wird. Er schlägt der Stadt darum vor, etwa fünf solcher Belüfter anzuschaffen und diese in der warmen Jahreszeit permanent laufen zu lassen. «Anders bekommst du das nicht in den Griff.» Für Hunderte Karpfen, Hechte, Schleien oder Egli kam die Sauerstoffzufuhr zu spät. Die Anwohner schätzen, dass etwa 300 bis 400 Kilo Fischkadaver eingesammelt und entsorgt worden sind. Übernommen hat das ein Team aus der Arbeitsintegration der städtischen Sozialhilfe. Es wird auch diese Woche weiter vor Ort gehen und nach toten Fischen Ausschau halten.

Die Hoffnung ist aber gross, dass das Schlimmste vorbei ist. Die Hunderte von kleinen Fischen, welche sich letzte Woche noch beim Zuflussrohr drängten, sind nicht mehr dort. Lediglich zwei tote Tiere finden sich noch in dem kleinen Bächlein. Währenddessen drängt sich derweil ein ganzer Schwarm bei einem der Belüfter. Fische die an der Oberfläche nach Luft schnappten sehe man aber deutlich weniger, berichtet Alfred Herrmann.

Die Ausbreitung der Blaualge, welche beim Absterben Gift abgibt und dem Wasser Sauerstoff entzieht, sei am Abklingen. Davon geht Stefan Braun aus. Eine solche Population reguliere sich rasch selber. Jedoch ist auch er der Meinung, dass das Problem durch die Klimaerwärmung häufiger zu erwarten sei.

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