Frisch, erholsam, heimelig

Ein kühler Tip für die letzten heissen Tage: Der Romanshorner Wald ist ein schönes Ausflugsziel für Spaziergänger, Hundehalter und Jogger. In der Waldschenke treffen sich Leute von nah und fern.

Hedy Züger
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Heinz und Ruth Ramsperger betreuen die Waldschenke. (Bild: Hedy Züger)

Heinz und Ruth Ramsperger betreuen die Waldschenke. (Bild: Hedy Züger)

ROMANSHORN. «Einfach herrlich, so frisch, so kühl», konstatieren jeden Tag Dutzende von Besuchern, wenn sie beim «Spitz» den Romanshorner Wald betreten. Tausende Bäume geben Schatten und kühlen die Temperatur ab, sie dürfte gefühlte zehn Grad tiefer als ausserhalb des Waldes liegen. Beim Einatmen nimmt man feuchte Luft wahr, die gefällten Bäume und die Blätter auf dem Waldboden riechen natürlich. Manchmal auch nach Moder.

Die meisten grüssen freundlich

Frühmorgens sind Hundehalter, Jogger und Wanderer unterwegs. Nachmittags kreuzen sich Biker und Spaziergänger, Einzelgänger und Familien. Die meisten grüssen freundlich. Nicht jeder kennt jeden: Den Romanshorner Wald suchen sich zwar viele Einheimische für eine Wanderroute aus, es kommen aber auch Personen aus der Region von St. Gallen bis Winterthur.

Ziel vieler Biker und Fussgänger ist die Waldschenke, sonntags und werktags. An den einfachen Tischen wird im Freundeskreis die Meinung zur Politik ausgetauscht, Jasser messen sich und Grosseltern ruhen sich aus, während sie ihre Enkel auf dem Spielplatz nebenan beaufsichtigen. «Heute nachmittag hat sich vor dem Buffet eine Warteschlange gebildet», sagt ein Rentner aus Romanshorn. Er hat ein Bier vom Haus vor sich, die Frau ihm vis-à-vis hat sich keck einen Mannekafi bestellt.

Chäschüechli für den Hunger

«Oft besuchen uns Behinderte in Gruppen», sagt Ruth Ramsperger, Leiterin der Schenke, und giesst den nächsten Huussaft aus. Sie führt den Betrieb bereits in der 15. Saison mit ihrem Mann Heinz. Der Duft von Chäschüechli zieht vom Nachbartisch herüber.

Als Heinz Ramsperger den Grill betätigt, halten zwei, drei Vierbeiner die Nase in die Luft. «Sobald es kühler wird, servieren wir auch wieder Käsefondue», sagt die Wirtin. Im September öffnet die Waldschenke dann erst wieder ab 13 Uhr.

Regentag, ein freier Tag

Gute Stimmung macht sich rasch breit, die Gäste bleiben gerne sitzen. Leute, die bis spät hocken bleiben, bringen die Chefin auch nicht in Verlegenheit. Sie pariert klug in jeder Situation mit einem klärenden Spruch. «Das Schöne an meiner Arbeit kommt von den tollen Stammgästen und der überhaupt guten Kundschaft», sagt Ruth Ramsperger. «Sie geben uns zu spüren, dass sie sich in der Waldschenke wohl fühlen und das Angebot schätzen.»

Nur wenn Regenwolken aufziehen, nehmen sich Ruth und Heinz Ramsperger einen freien Tag. Doch lieber als einen Regentag haben die Wirtsleute ein paar Gäste am Buffet vor sich, die sich ihre kulinarischen Wünsche erfüllen lassen.