Friedhofsgärtnerhaus soll umfassend saniert werden

Für 540 000 Franken möchte der Stadtrat das Friedhofsgärtnerhaus sanieren. Mit einer entsprechenden Botschaft wird sich das Parlament an der nächsten Sitzung befassen.

Enrico Berchtold
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Eine Totalsanierung der Liegenschaft Rebenstrasse 70 sei günstiger wie ein Neubau, vertritt der Stadtrat in seiner Botschaft. (Bild: Enrico Berchtold)

Eine Totalsanierung der Liegenschaft Rebenstrasse 70 sei günstiger wie ein Neubau, vertritt der Stadtrat in seiner Botschaft. (Bild: Enrico Berchtold)

Als das Ehepaar Réka und Patrick Bitterlin im März vor zwei Jahren die Friedhofswartung übernahmen, wurde ihnen die Renovation der Wohnung des Friedhofsgärtnerhauses in Aussicht gestellt. Seit 1916 befindet sich die 1871 erbaute Liegenschaft, die denkmalpflegerisch als erhaltenswert eingestuft ist, im Besitz der Stadt Arbon.

Neubau für 726 000 Franken

Eine durchgeführte Grobkostenschätzung im Frühling 2007 ging von Kosten von 281 600 Franken für den Wohnbereich und 84 000 Franken für den Gewerbeteil aus. Für einen Neubau wurde mit 726 000 Franken gerechnet. Im vergangenen April entschied sich der Stadtrat für eine Sanierung der Liegenschaft zusammen mit dem Gewerbeteil sowie dem Erstellen von öffentlichen Parkplätzen entlang der Rebenstrasse.

Bereits an der ersten Sitzung der projektbegleitenden Arbeitsgruppe zeigte es sich, dass eine einfache Sanierung nicht in Frage kommen wird. Die bauphysikalische Untersuchung kam zum Schluss, dem Stadtrat eine Totalsanierung vorzuschlagen.

540 000 Franken für Sanierung

Die in der Folge vorgelegte detaillierte Kostenschätzung für die gesamte Liegenschaft (mit Minergiestandard so weit als möglich und einer Heizung mit Erdwärme sowie Solaranlage) ging von 540 000 Franken aus. Abgeklärt in diesem Zusammenhang wurden dabei auch die Nutzung und die Betriebsabläufe rund um den Friedhof. Da es bei der vorgesehenen Sanierung weitgehend um nicht gebundene Kosten geht, entschied der Stadtrat das Vorhaben dem Parlament zur Genehmigung vorzulegen.

Der nun dem Stadtparlament an seiner nächsten Sitzung vom 28. Oktober vorgelegte Baukredit sieht für 540 000 Franken eine Totalsanierung im Innern der Gebäudehülle vor. An Stelle einer konventionellen Heizung soll eine Kombination von Erdwärme und Sonnenkollektoren eingebaut werden. Funktionell wird der Innenraum in einen Wohn- und einen gewerblichen Bereich (für die Nutzung des Friedhofs- und Bestattungswesens) aufgeteilt. «Die ebenfalls für den Betrieb notwendigen Verkehrsflächen und Gebäude (Garagen, Anbauten) können weitgehend im jetzigen Zustand bleiben», schreibt der Stadtrat in seiner Botschaft ans Parlament.

Gegen einen Neubau sprechen aus Sicht des Stadtrates vor allem die Kosten und die denkmalpflegerischen Anliegen. Bei der nun vorgeschlagenen Totalsanierung des bestehenden Friedhofsgärtnerhauses können die auf der gleichen Parzelle befindlichen Annexbauten für das Sarglager, die Unterstände für Gerätschaften und Fahrzeuge weiter genutzt werden; sie sind in gutem Zustand, eine Renovation ist nicht nötig. Eine totaler Neubau – inklusive Gewerbebauten – käme fast doppelt so teuer.

Neue Parkplätze

Die vom Stadtrat beantragte Lösung erlaubt auch den zusätzlichen Bau von öffentlichen Parkplätzen vor dem Friedhofsgärtnerhaus entlang der Rebenstrasse und an der Westseite des Friedhofs. (Die Erstellung dieser Parkplätze gehört nicht zum Objektkredit. Der Stadtrat kann dies selbst beschliessen.)

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