Freidorfer in Lausanne abgeblitzt

Der Bau einer Orange-Mobilfunkantenne in Freidorf rückt näher. Das Bundesgericht ist auf eine Beschwerde von rund 100 Anwohnern nicht eingetreten. Nun wird die Gemeinde kaum darum herumkommen, die Baubewilligung zu erteilen.

Urs-Peter Inderbitzin
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freidorf. Der Streit um die Mobilfunkantenne auf der Parzelle 61 in Freidorf in der Gemeinde Roggwil begann im Dezember 2006. Damals reichte die Orange Communications AG ein Gesuch für den Bau einer Antenne an diesem Standort ein.

Hin und Her seit vier Jahren

Gegen das Projekt erhoben zahlreiche Anwohner Einsprache. Die Gemeinde hiess diese gut und verweigerte die Baubewilligung, weil die Antenne das Schloss Freidorf beeinträchtige.

Das Departement für Bau und Umwelt des Kantons Thurgau sah es jedoch anders und wies die Gemeinde Roggwil an, die Baubewilligung zu erteilen. Dagegen erhoben zahlreiche Personen sowie die Politische Gemeinde Roggwil Beschwerde ans Thurgauer Verwaltungsgericht. Als dieses die Beschwerden abwies, gelangten die Antennengegner ans Bundesgericht, welches aber auf die Beschwerde gar nicht eintrat.

Auch im zweiten Umgang verweigerte die Gemeinde die Baubewilligung für die Antenne. Sie verwies auf eine inzwischen erlassene, das ganze Gemeindegebiet umfassende Planungszone. Auch dagegen erhob Orange erfolgreich Beschwerde an das Departement für Bau und Umwelt. Das Departement befand, das Baugesuch – weil vor Erlass der Planungszone eingereicht – könnte nur abgewiesen werden, wenn überwiegende öffentliche Interessen dies gebieten würden. Dies sei jedoch nicht der Fall. Gegen diesen Entscheid riefen die Antennengegner erneut das Thurgauer Verwaltungsgericht an, wieder ohne Erfolg.

Jetzt wieder bei der Gemeinde

Kürzlich musste sich nun auch das Bundesgericht zum zweitenmal mit dem Antennenstreit befassen. Es trat gar nicht auf die Beschwerde der nahezu 100 Antennengegner ein, weil es sich beim Entscheid des Departementes nur um einen Zwischenentscheid handelte und das kantonale Verfahren damit gar nicht abgeschlossen ist. Der Ball liegt jetzt zum drittenmal bei der Politischen Gemeinde Roggwil, die vom Departement angewiesen wurde, die Baubewilligung für die Mobilfunkantenne zu erteilen. Die Beschwerdeführer müssen die Gerichtskosten von 3000 Franken bezahlen.

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