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Fredy Iseli baut weiter am Erfolg

Der Uttwiler Architekt gewinnt mit seinen Betonwaben den grössten europäischen Umweltpreis – den so genannten GreenTec Award. Für die Produktion multifunktionaler Häuser sucht er jetzt im Ausland potente Partner aus der Industrie.
Markus Schoch
Fredy Iseli (zweiter von links) nahm gestern in Berlin den GreenTec Award entgegen. (Bild: pd/GreenTec Awards)

Fredy Iseli (zweiter von links) nahm gestern in Berlin den GreenTec Award entgegen. (Bild: pd/GreenTec Awards)

UTTWIL. Fredy Iseli ist ein Querdenker, der sich selber als ein bisschen verrückt bezeichnet. Aber er ist auch einer, der sich nicht so leicht vom Weg abbringen lässt, selbst wenn er einmal umfällt oder sich die Nase anstösst. Der Uttwiler Architekt gibt nicht so schnell auf.

Diese Zielstrebigkeit hat sich jetzt für ihn ausbezahlt. Für sein Fertigbau-System mit den so genannten Ecocell-Betonwaben ist Iseli mit Europas bedeutendstem Umweltpreis als Sieger in der Kategorie Bauen/Wohnen ausgezeichnet worden. Gestern hat er in Berlin den so genannten GreenTec Award erhalten. Überreicht hat ihn ihm Gunther Adler, Staatssekretär im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit. Die eigentliche Feier mit viel Prominenz und Pomp findet am 29. Mai statt – ebenfalls in Berlin.

Die Jury zeigte sich unter anderem von der geringen Kohlendioxidbelastung bei der Produktion der Waben beeindruckt. Im Vergleich mit herkömmlichen Baustoffen ist sie etwa dreimal kleiner. Iseli konnte aber auch mit dem Baukonzept punkten: Die Normelemente lassen sich wie Legosteine zusammenfügen.

Im richtigen Moment

Der Preis freue ihn sehr, sagt Iseli. «Das ist super.» Und er kommt gerade im richtigen Moment. Denn Iseli sucht potente Partner aus der Industrie. Konkret will er komplette Produktionswerke für das Ecocell-Bausystem an Lizenznehmer im Ausland verkaufen. Vor allem in Krisenregionen wie Syrien und den umliegenden Ländern sei der Bedarf nach Wohnraum riesig. Aber auch entlang der Flüchtlingsrouten in Europa bestehe grosser Bedarf. Seine Häuser könnten helfen, die Notlage der betroffenen Menschen zu lindern, die heute unter schwierigsten Bedingungen leben müssten, sagt Iseli: Die Ecocell-Gebäude seien sehr schnell aufgebaut, kostengünstig und flexibel nutzbar. Die Häuser liessen sich zudem leicht demontieren und die Elemente neu zusammensetzen. Beispielsweise zu Studentenwohnungen oder Single-Appartements. Eine einzige Fabrik könnte pro Jahr Bauelemente für 150 Häuser mit einer Nutzfläche von 800 Quadratmetern und Platz für 100 Personen produzieren, hat Iseli ausgerechnet.

«Haben erste gute Kontakte»

Die Aussichten sind nicht schlecht, dass er jemanden findet, der mit ihm ins Geschäft kommen will. «Wir haben erste gute Kontakte geknüpft.» Mit dem GreenTec Award hat er nun sogar eine Art Gütesiegel für sein Baukastensystem, das die Gespräche mit Interessenten sicher einfacher macht. Und Gespräche führen wird Iseli in den nächsten Tagen viele. Heute fliegt er nach Istanbul an eine grosse Baumesse, wo er sein Schnellbausystem vorstellt.

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