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Fredy Iseli baut Häuser aus Papier

Gestern hat der Uttwiler Architekt mit dem Bau von zwei Doppel- und zwei Reihenhäusern in seiner Wohngemeinde begonnen. Nicht nur das Material ist speziell. Auch das Konzept ist es.
Fredy Iseli mit einer Betonwabe in der Fabrik in Sulgen. (Bild: Donato Caspari)

Fredy Iseli mit einer Betonwabe in der Fabrik in Sulgen. (Bild: Donato Caspari)

UTTWIL. Die neuartigen Häuser sollen den Bausektor revolutionieren. Grundlage ist ein neuartiger Leichtbau-Verbundwerkstoff mit dem Namen Ecocell. Dessen Kern ist eine Wabe, die als Altpapier besteht. Für den Wasser- und Brandschutz sorgt eine Spezialbeschichtung aus Zement.

Der neue Baustoff sei zehnmal leichter als Beton, dreimal leichter als Holz, sei hoch belastbar, wärmedämmend, ökologisch nachhaltig und leicht, heisst es in einer Medienmitteilung.

Im Verbund mit Holz werde daraus das Ecocell-Bausystem. Häuser entstehen damit wie mit einem Baukasten: schnell, kostengünstig und flexibel, sagt Iseli.

Solarzellen und Elektromobil

Die neuen Häuser, die Fredy Iseli und seine Firma Ecocell (Schweiz) AG errichten, sind mit Solarzellen und Energiespeicher ausgerüstet. Die Photovoltaik-Zellen auf dem Dach und Teilen der Fassade sollen mindestens so viel elektrische Energie erzeugen, wie die Hausbewohner selber verbrauchen. Bestandteil des Gesamtkonzepts ist auch ein Elektromobil für jede Wohneinheit.

100 Wohneinheiten pro Jahr

Parallel zu den Häusern in Uttwil entstehen auch in St. Margrethen vier Einfamilienhäuser nach dem gleichen System. Insgesamt will Iseli mit seiner Firma in den kommenden Jahren bis zu 100 Wohneinheiten jährlich nach dem gleichen Konzept errichten. In Rorschacherberg konnte bereits ein Grundstück für ein erstes Mehrfamilienhaus gesichert werden; in Romanshorn besteht die Möglichkeit für den Bau eines Hotels mit 30 bis 50 Doppelzimmern. Alle Häuser und Wohnungen bleiben im Besitz der Ecocell (Schweiz) AG und können nur gemietet, jedoch nicht gekauft werden, betont Fredy Iseli.

Das benötigte Bauland für die Errichtung der Häuser will er weitgehend im Baurecht nutzen. Das beuge Spekulationen bei steigenden Baulandpreisen vor. Für private Grundbesitzer, die ihr Land nicht verkaufen, sondern langfristig verpachten wollen, würden auf diese Weise interessante Möglichkeiten entstehen.

Kurze Bauzeit

Das neue Bausystem erlaube den Bau von Häusern und Wohnungen mit industriell in der Fabrik gefertigten, grossflächigen Elementen in reiner Trockenbauweise, heisst es in der Medienmitteilung. Das ermögliche den Bau der Wohnungen in Bruchteilen herkömmlicher Bauzeiten. Bereits zwei Monate nach Spatenstich sollen die Mieter einziehen können. (red)

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