Frauengipfel auf Spuren des Bibers

wigoltingen. Einen Biber gesehen haben bisher die wenigsten.

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wigoltingen. Einen Biber gesehen haben bisher die wenigsten. So sind denn zwanzig Frauen an den Frauengipfel ins Café Chürzi gekommen, um sich von Philip Taxböck, dem Leiter der Koordinationsstelle des Projekts «Hallo Biber! Ostschweiz» von Pro Natura, die Lebensweise dieses Uferbewohners vorstellen zu lassen. Der Biber sei früher im Mittelland überall daheim gewesen. Das sei schon an den vielen einschlägigen Orts- und Flurnamen zu sehen. Anfang des 19. Jahrhunderts ist er aber in ganz Europa fast verschwunden.

Sein Fleisch, sein weiches Fell und das Produkt seiner Duftdrüsen waren nämlich äusserst begehrt. Daher sei er rücksichtslos gejagt worden. Mitte des letzten Jahrhunderts wurden in der Schweiz einzelne Biber ausgesetzt, Ende der 60er-Jahre auch im Thurgau. Inzwischen gebe es hier etwa 330 Tiere in 100 Revieren, die grösste Population der Schweiz, stellte Taxböck fest.

Biber sind scheu und nachtaktiv. Sie pflegen ein ausgeprägtes Familienleben. Auffällig sind die Dämme, mit denen sie Bächlein stauen, um einen gleichmässig hohen Wasserstand zu erreichen und die gefällten Bäume. Für den Naturschutz stelle der Biber eine Schirmart dar: Wo er sich wohl fühle, könnten viele andere selten gewordenen Pflanzen- und Tierarten ein Habitat finden. (mas)