Frasnacht muss sich bis 2013 gedulden

Erst in drei Jahren wird das Angebot im öffentlichen Verkehr für die Frasnachter grösser. In Prüfung ist eine Verdichtung vom heutigen Stunden- auf den Viertelstundentakt.

Hedy Züger
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Frasnachter schätzen die Busverbindung zum Amriswiler Bahnhof. (Archivbild: Roger Häni)

Frasnachter schätzen die Busverbindung zum Amriswiler Bahnhof. (Archivbild: Roger Häni)

Frasnacht. Der schnellste Weg nach Zürich ist für Frasnachter das Postauto nach Amriswil mit Umsteigen auf die Bahn, die beste Verbindung zum Bahnhof St. Gallen führt sie im Bus nach Neukirch und per Bahn weiter.

Vor einem Jahr brachte die Bewohnerschaft von Frasnacht Wünsche und Kritik in bezug auf den öffentlichen Verkehr (ÖV) ein. Diese Inputs rückten Stadtammann Martin Klöti und Stadtplaner Dominik Frei nun an der Information über die Planung des öffentlichen Verkehrs vor Augen.

Der Wunschkatalog in Frasnacht

Die Frasnachter regten damals an, dass die Bedürfnisse der Schüler zu beachten sowie gute Verbindungen nach Arbon und Romanshorn wünschbar seien. In Frasnacht werden direkte Busverbindungen nach Romanshorn und Amriswil sowie ein direkter Schnellbus vom Arboner Zentrum nach St. Gallen erwartet. Der Taktfahrplan soll wie für Arbon so auch für Frasnacht gelten. Frasnacht erwartet eine von Arbon solidarisch mitgetragene Finanzierung. Die Arbeitsplätze in Frasnacht und Steineloo sind in den Konzepten zu berücksichtigen.

Die Arboner Ortsmitte sei für den Ortsbus dem Bahnhof vorzuziehen. Und das Ruf-Sammeltaxi für Randzeiten solle bestehen bleiben. Stadtammann Klöti wies darauf hin, dass dieser Dienst «bestens funktioniert».

Werner Müller, öffentlicher Verkehr und Tourismus Kanton Thurgau, belegte die Steigerung der Passagierzahlen auf fast allen Strecken. Einer der meistbefahrenen PTT-Kurse, Arbon–St. Gallen, legte seit 1999 37 Prozent zu, Amriswil–Romanshorn–Arbon sogar 46 Prozent.

Erst ein Arbeitsgespräch

In Prüfung für das neue Verkehrskonzept (ab 2013 gültig) ist die Verdichtung vom heutigen Stunden- auf den Viertelstundentakt morgens und abends. Dies auf beiden Linien: 941 «Romanshorn» sowie 940 «Amriswil». Diskutiert wird eine neue Führung der Busse über die Brunnenwiese (mit Ausbau) oder Fetzisloh und eine Haltestelle bei der Post. Man sei erst in ein Arbeitsgespräch eingetreten, betonte Klöti, die Linie Fetzisloh werde vorgezogen. «Die gab es schon früher», erinnerte sich eine Frasnachterin.

«Keine andere Thurgauer Gemeinde mit rund 800 Einwohnern wird im Viertelstundentakt erschlossen werden», konstatierte Werner Müller. Ziel sei es, die Bahnstrecke Romanshorn–Arbon bis 24 Uhr zu betreiben, beim Busbetrieb sei dies nicht möglich. Der Stadtammann wandte sich korrigierend gegen die Meinung, Frasnacht profitiere von der neuen Linienführung (NLK) wenig.

Der Bahneinschnitt könnte bereits 2013 gebaut sein, was für den öffentlichen Verkehr und alle Nutzer eine Zeitersparnis bedeute.

Zeiteinsparungen wären für den Oberthurgauer Busbetrieb heute schon in Amriswil möglich, erklärte Ruedi Schluep. Bei der Einmündung in die Hauptstrasse ergeben sich im dichten Verkehr bis zu sechsminütige Wartezeiten.

Der Ortsbus sei am Abend zu teuer, selbst Wil und Frauenfeld setzten abends nur noch das Ruf-Sammeltaxi ein, erklärte der Verantwortliche des Kantons.

Motion Brühwiler

Hängig sei immer noch die Motion Brühwiler: «Förderung des öffentlichen Verkehrs in Frasnacht», informierte Schluep, sie sei um 2005 eingereicht worden. Wenn die neuen Verbindungen erst 2013 eingeführt würden, sei Frasnacht bis dahin stark benachteiligt. Dazu Klöti: «Der Leidensdruck besteht überall.»

Am 4. Oktober findet für die Frasnachter und Stacher eine Information zur NLK statt. Besammlung ist um 18.30 Uhr in Frasnacht bei der Glögglistube und in Stachen beim Schulhaus.