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Fortissimi erschüttern Kirche

Als die Spitzenchöre Cantus aus Uschgorod und Cantemus aus Weinfelden ihre geistlichen Werke aufführten, waren fast alle Plätze der katholischen Kirche besetzt.
Heinrich Schlegel

Erstmals in 40 Jahren, so bemerkte Thomas Haubrich in seiner Begrüssung am Sonntagabend, finde das Konzert zum Reformationstag und Allerheiligen in der katholischen Kirche statt. Und da auch russisch-orthodoxe geistliche Werke aufgeführt würden, sei dieser Anlass wohl ein Höhepunkt ökumenischen Bestrebens.

Zwanzig Jahre täglich üben

Über den Kammerchor Cantus aus Uschgorod in der Ukraine konnte man im Programm lesen, dass er seit zwanzig Jahren unter der Leitung von Emil Sokach täglich übe.

Als Folge davon wurde er zu einem der weltbesten Chöre und Preisträger bei vielen internationalen Chorwettbewerben. Das Vokalensemble Cantemus aus Weinfelden (Leitung: Heinz Meyer) gibt es seit fünf Jahren. Begleitet wurden die vereinten Chöre von Karl Raas, dem ehemaligen Domorganisten von St. Gallen.

Die Chorgemeinschaft meisterte schwierige Werke mit Bravour. Dynamisch sehr eindrücklich wurde das Konzert Nr. 32 von Dmytro Stepanovych Bortnianskyi gestaltet.

Ergreifend und eindringlich, mit gewaltigen Fortissimi erklang Luthers zentrales Glaubensbekenntnis «Mitten wir im Leben sind», von Mendelssohn in packende Musik umgesetzt. Absolut perfekt und überzeugend wurden vier weitere schwierige Werke interpretiert: «Dextera Domini» von César Franck, drei Abschnitte aus dem Requiem von Josef Gabriel Rheinberger, eine Motette von Johannes Brahms und Verspergesänge von Sergej Rachmaninow. Sie wurden abwechselnd von Emil Sokach und Heinz Meyer dirigiert.

Keine Atempause hörbar

Was können nun professionelle Chöre Besonderes? So waren zum Beispiel nie Atempausen hörbar, ausser wenn sie bewusst als Gestaltungselement gesetzt wurden. Da war immer Ton, weil die einzelnen Sänger einer Stimme nie gleichzeitig atmeten. Und markante Töne schwollen herrlich natürlich und gleichmässig an oder ab, oder verklangen als Schlusston lang ausgezogen.

Die Übereinstimmung der einzelnen Sänger und Sängerinnen war derart perfekt, dass zehn von ihnen (in der gleichen Stimme) wie eine einzige klangen, einfach zehnfach verstärkt. Und niemals, selbst in den lautesten Fortissimi, welche die grosse Kirche beinahe erschütterten, verloren die Stimmen Wärme und Glanz. Perfekt war auch die Orgelbegleitung durch Karl Raas. Dieser brillierte ausserdem mit Solos. Mit einer stehenden Ovation würdigte das Publikum die begeisternden Darbietungen.

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