Flügeli müssen draussen bleiben

Die Badesaison ist in vollem Gange. Das Rorschacher Seebad verbietet Nichtschwimmern das Baden im See. Auch Schwimmhilfen sind nicht erlaubt, da sie zu unzuverlässig sind. Wie wird das bei den Seebädern und Badeanstalten im Oberthurgau gehandhabt?

Bianca Binder
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Kann gefährlich werden: Schwimmhilfen bieten nur einen unzureichenden Schutz vor dem Ertrinken. Eine Aufsicht ist daher unerlässlich. (Bild: Archivbild / Michel Canonica)

Kann gefährlich werden: Schwimmhilfen bieten nur einen unzureichenden Schutz vor dem Ertrinken. Eine Aufsicht ist daher unerlässlich. (Bild: Archivbild / Michel Canonica)

Region am see. «Schwimmhilfen wie Luftmatratzen, Luftkissen, Flügeli und andere Gegenstände sind schlicht nicht sicher genug. Im schlimmsten Fall können sie nicht vor dem Ertrinken retten», sagt Philipp Buchle, der Chef-Bademeister im Freibad Amriswil. Im Amriswiler Schwimmbecken seien keine Schwimmhilfen erlaubt, da man auch nicht wolle, dass Schwimmer beim Ziehen ihrer Längen gestört werden. «Aber wir haben natürlich ein Nichtschwimmerbecken», so Buchle.

Kinder, die noch nicht zur Schule gehen, dürfen ohne Begleitung einer erwachsenen Person gar nicht erst in das Freibad hinein. «Leider erleben wir oft, dass Eltern ihre Kinder in der Badi vernachlässigen, dabei ist gerade hier eine ständige Beaufsichtigung unumgänglich, es ist so schnell etwas passiert», sagt Buchle.

Gefährliches trübes Wasser

Im Arboner Schwimmbad läuft das etwas anders.

«Es gibt eine allgemeine schweizerische Verordnung, die besagt, dass Nichtschwimmer nicht in trübes Wasser dürfen», sagt Daniel Schönenberger, der Co-Bademeister der Arboner Badi. «Schwimmhilfen bieten ungenügenden Schutz, auch wenn viele das nicht wissen.» Was geschieht, wenn er jemanden bemerkt, der offensichtlicher Nichtschwimmer ist? «Solche Leute holen wir aus dem Wasser, vor allem, wenn es Kinder mit Schwimmhilfen und ohne eine Begleitperson sind», so Schönenberger.

«Insofern verstehe ich die Rorschacher Badi. Es ist viel zu gefährlich für Nichtschwimmer, sich im See aufzuhalten. Da herrschen einfach andere Bedingungen als in einem Schwimmbecken», sagt Schönenberger. Eltern seien zu wenig in der Pflicht, viele würden die Kleinen einfach laufen lassen. «Auch wenn wir bei uns mehrere Badewachen und Bademeister haben – die Eltern sind trotzdem für ihre Kinder verantwortlich. Zum Glück komme es aber relativ selten vor, dass ein Bademeister eingreifen müsse.

«Das wird in den Schulferien aber wieder ändern», sagt Schönenberger.

Seit zwanzig Jahren dabei

Heinz Hohl ist seit zwanzig Jahren Platzchef im Camping und Strandbad Amriswil. Dort ist das Bad im Campingplatz integriert. «Wir haben keine spezielle Badeaufsicht, es gilt der Grundsatz, dass jeder für sich selber verantwortlich ist und auf eigenes Risiko ins Wasser geht», so Hohl. Sein Job sei es primär, für den Campingplatz zu sorgen. «Ansonsten müsste ich noch eine Bademeister-Ausbildung machen», so Hohl.

Jeder schaut auf jeden

Andreas (Res) Schallenberg vom Campingplatz Seelust in Egnach vertraut seinen Gästen: «Bei uns schaut jeder auf jeden. Ich empfinde es überhaupt nicht so, dass Eltern ihre Kinder einfach springen lassen und sich nicht kümmern», sagt Schallenberg. Zwar gelten auch die Baderegeln der Schweizerischen Lebensrettungsgesellschaft (SLRG), grundsätzlich bade aber jeder auf eigenes Risiko. Er könne nicht noch Bademeister spielen, da er hier der Platzwart sei. «Für die ganz Kleinen haben wir ein Kinderbädli.

Der See kann schon gefährlich werden, gerade wenn der Wasserstand so hoch ist wie momentan. Wir haben aber Glück, da wir hier eine Art Bucht haben.» Meist seien aber sowieso keine kleinen Kinder im See: «Die Eltern erkundigen sich jeweils sogar, ob sie mit dem Nachwuchs ins Wasser dürfen oder nicht», so Schallenberg.

Begleitperson und Flügeli

«Bei uns dürfen die Kinder sowieso erst mit sechs Jahren hinein.

Mit Schwimmhilfe und Begleitperson dürfen sie auch in den See», so Roland Lüscher, der Bademeister des Romanshorner Schwimmbades. Glücklicherweise komme es nicht oft vor, dass etwas passiert. Auch müssten selten Nichtschwimmer aus dem Wasser geholt werden. Die meisten Badigäste seien relativ pflichtbewusst und vorsichtig.

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