Flohmarkt am Fährhafen

Der Flohmarkt hat einen neuen Standort. Am Fährhafen haben die Betreiber ein Areal für sich. Obwohl viele Besucher vor allem zum Plaudern kommen, ist Marktchef Uwe Schulz zufrieden.

Alois Degenhardt
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Der Fährplatz wurde kurzerhand zur Umkleidekabine. (Bild: Alois Degenhardt)

Der Fährplatz wurde kurzerhand zur Umkleidekabine. (Bild: Alois Degenhardt)

«Im März liefen bei minus sieben Grad und Schnee die Geschäfte fast besser.» Schwer verständlich, was Marktchef Uwe Schulz da berichtet. «Die Leute kamen, kauften und verschwanden, jetzt scheint die Sonne, und man kommt vor allem zum Schauen und Plaudern.»

Unglücklich ist der sympathische Marktfahrer deshalb aber nicht. Überhaupt: Er ist die Seele des Romanshorner Flohmarktes, den er seit 15 Jahren organisiert. Wer Sorgen hat, kommt zu ihm. Böse Worte fallen eigentlich nie. Und allein ist er auch nicht.

Ein grosser Teil der Familie teilt sein Hobby. Ein Bruder betreibt den Marktimbiss, ein anderer macht mit einem Lädinenmodell auf den Trachten- und Schifferverein aufmerksam.

Familientradition

Angefangen hat es mit Vater Herbert, der Magenbrot und Spielwaren verkaufte. Sohn Uwe ist mit seinen Brüdern in Romanshorn aufgewachsen, lebt aber inzwischen in Grabs.

«Die Leute rechnen immer mit einem Nordlicht und können sich auch meinen Namen nicht merken, manchmal heisse ich dann Ueli oder Urs», lacht er gutmütig. Und der neue Standort am Fährhafen? «Eine gelungene Sache», ist sich Uwe sicher. «Hier haben wir ein Areal für uns, früher wurde der Markt durch den Autoverkehr und uninteressierte Fussgänger gestört.»

Gnädiger Wettergott

Der Publikumsverkehr ist an diesem Samstag eher gering. Zeit zum Plaudern also. Mit Hans Gremminger zum Beispiel, dem Amriswiler Dachdecker, den es fünf- bis zehnmal im Jahr mit seiner Partnerin auf die Flohmärkte zieht. «In der Region, aber auch bis ins Bernbiet», berichtet er stolz. Es gibt eigentlich nichts, was er nicht hat. Aber sein Herz, das spürt man, hängt an altem Handwerkszeug. Bei ihm könnte jedes Heimatmuseum fündig werden. «Aber heute läuft's eher harzig», knurrt er und räumt langsam den Lieferwagen ein.

Morgen ist auch noch ein Tag. Und so mancher Flohmärktler bittet den Wettergott um Sonnenschein für den Sonntag. «Zum Saisonauftakt wollten wir eben zwei Tage unsere Ware anbieten», fügt Uwe Schulz erklärend hinzu.