Fledermäuse sind Einzelkinder

Fledermäuse vertilgen Unmengen Insekten. Auf einer Exkursion mit Fachmann Hansruedi Vögeli durch den Horner Wald folgten die Besucher ihren Spuren.

Hedy Züger
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Der Fachmann erklärt: Hansruedi Vögeli im Horner Wald. (Bild: Hedy Züger)

Der Fachmann erklärt: Hansruedi Vögeli im Horner Wald. (Bild: Hedy Züger)

ARBON. Die Fledermaus jagt Insekten und fängt pro Nacht ein Drittel ihres Körpergewichts. Am Beispiel der sechsjährigen Tabea wären dies 3000 Schoggi-Marienkäfer, die das Mädchen jeden Tag verspeisen dürfte. Hansruedi Vögeli, der auf einer Exkursion im Horner Wald 30 Teilnehmende um sich scharte, ist Fledermaus-Fachmann. Er zirkulierte mit einer Wasserfledermaus von Familie zu Familie und liess die Kinder das pelzige Tierchen mit zartfühlenden Fingern berühren.

Mittel gegen böse Geister

Bei seinen Ausführungen ging Vögeli, der auch freiwilliger Mitarbeiter der Vogelwarte Sempach ist, vom negativen Ruf aus, den Fledermäuse im Mittelalter hatten. Im Alten Testament wurden sie als unrein, beim römischen Geschichtsschreiber Plinius als Mittel gegen böse Geister bezeichnet. Seit langem weiss man, dass die 30 in der Schweiz vorkommenden Arten eine wichtige Rolle spielen. Fledermäuse können 20 bis 30 Jahre alt werden. Sie gebären und säugen ein einzelnes Jungtier.

Alte Bäume liegen lassen

Hoch entwickelt ist die Orientierung der nachtaktiven Tiere mit Echolot. Der Mund stösst Laute aus, das Ohr fängt das Echo wie ein verwertbares Klangbild auf. Manche Arten sind gefährdet, isolierte Estriche und steril aufgeräumte Wälder zerstören ihren Lebensraum. Hansruedi Vögeli vermittelte das Leben der Fledermäuse packend und hautnah. Wo Kinder so gut zuhören, ist ein Fachmann am Werk. Zum Ausklang setzte man sich um ein Grillfeuer und spazierte durch den dämmrigen Wald ins Dorf zurück.