Flanieren auf dem Boulevard

Die Technischen Betriebe und die Energiefachstelle Region Amriswil laden zu unterhaltsamen und aufschlussreichen Stunden an den Boulevard «Bahnhofstrasse» ein. Dieser wird während der Awa im Pentorama aufgebaut.

Rita Kohn
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Fussgängerstreifen, Beleuchtungskandelaber und ein «Bistro»: Der Boulevard «Bahnhofstrasse» im Pentorama wird der grossen Schwester «Bahnhofstrasse» im Freien alle Ehre machen. Denn es soll nicht bloss eine stilisierte Flaniermeile entstehen, sondern ein richtiger Boulevard, der seinen Namen verdient. Hinter dem Projekt stehen die Technischen Betriebe und die Energiefachstelle Region Amriswil. Sie wollen an der Awa zeigen, was alles möglich ist. Zwar weniger im Strassenbau denn in Sachen Energiesparen.

Umfassende Präsentation

«Wir möchten den Leuten zeigen, dass es meist nicht damit getan ist, ein effizientes Heizungssystem einzubauen oder eine Solaranlage aufs Dach zu montieren», erklärt Karl Spiess. Es sei wichtig, dass sich Leute, die die Energieeffizienz ihres Hauses verbessern möchten, umfassend über die verschiedenen Möglichkeiten aufklären liessen.

«Oft ist es sinnvoller, erst einmal die Fassade zu sanieren und zu isolieren, bevor man eine andere Massnahme ergreift», sagt Energieberater Rolf Scheurer. Nur wenn man sich bewusst sei, dass verschiedene Massnahmen ineinander übergreifen sollten, könne man Fehlinvestitionen verhindern. «Wir erleben immer wieder, dass in alten Häusern Fenster saniert werden.

Muss dann ein paar Monate oder wenige Jahre später die Fassade isoliert werden, passen die neuen Fenster oft nicht mehr und müssen erneut ersetzt werden», erklärt Rolf Scheurer.

Schwellenangst abbauen

Der Amriswiler Energieberater weiss, wovon er spricht. Mit dem Thema Minergie beispielsweise hat er schon verschiedene Erfahrungen gemacht. «Die Leute schrecken meistens zurück, wenn sie das Wort <Minergie> hören», bedauert er.

Da seien sehr viele Vorurteile vorhanden, die gingen so weit, dass man sich hinter der Hand erzähle, in einem Minergiehaus dürfe man keine Fenster öffnen. «Wir möchten an der Awa Schwellenängste abbauen und zeigen, was tatsächlich möglich ist.»

Sparsame Beleuchtung

Was möglich ist, sollen die Besucherinnen und Besucher auf dem Boulevard auch hinsichtlich der Strassenbeleuchtung erfahren.

«Wir haben neue Kandelaber mit LED-Licht da», verrät Karl Spiess, der gespannt ist, wie die Gäste auf die Präsentation ansprechen. Die Awa sei der ideale Ort, um einer grösseren Besuchergruppe zu zeigen, was man unter moderner Beleuchtung zu verstehen habe. Auch hier gilt es, Vorurteile abzubauen und das Interesse an innovativer Technik zu wecken.

Label wird übergeben

Schliesslich wird der Boulevard «Bahnhofstrasse» – er befindet sich übrigens im Erdgeschoss des Pentoramas – auch zum Schauplatz einer Ehrung. Am Freitag, 26. November, wird der Stadt Amriswil um 16 Uhr offiziell das Label «Energiestadt» übergeben. Damit hat die Stadt ihr angestrebtes Ziel schon in kurzer Zeit erreicht. Für Karl Spiess und Rolf Scheurer ist jedoch klar, dass es damit nicht getan ist.

Soll die Energieeffizienz nachhaltig verbessert werden, muss noch viel Aufklärungsarbeit geleistet werden. Auch braucht es die Möglichkeit, neue Technologien einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen. Mit der Awa habe man für dieses Anliegen eine ideale Plattform, sind sich die beiden Energieexperten einig. Sie hoffen darauf, dass sich die Bevölkerung die Gelegenheit nicht entgehen lassen wird, auf dem speziell aufgebauten und einer richtigen Strasse in allen Bereichen nachempfundenen Boulevard zu flanieren.

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