Fitte Männer hoffen auf Stimmen

KREUZLINGEN. Der Sänger Dä Brüeder vom Heinz und die Männerriege Kreuzlingen bewerben sich mit dem Song «Fitti Manne» für die Schweizer Eurovision-Song-Contest-Ausscheidung. Ein Auftritt in der Bodensee-Arena wäre für sie eine Ehre.

Nicole D'orazio
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Beim Videodreh für «Fitti Manne» hatten die Mitglieder der Männerriege Kreuzlingen viel Spass. Manfred Fries rennt mit der Gitarre voraus. (Archivbild: Andrea Stalder)

Beim Videodreh für «Fitti Manne» hatten die Mitglieder der Männerriege Kreuzlingen viel Spass. Manfred Fries rennt mit der Gitarre voraus. (Archivbild: Andrea Stalder)

Sie wissen, dass ihr Vorhaben etwas verwegen ist. Doch wer nichts wagt, der gewinnt auch nichts. Manfred Fries alias Dä Brüeder vom Heinz hat sich zusammen mit der Männerriege Kreuzlingen für die Schweizer Ausscheidung des Eurovision Song Contests in Stockholm 2016 beworben. Der Song buhlt mit 175 anderen um die meisten Stimmen im Online-Voting des Schweizer Radios und Fernsehens (SRF).

«Wir haben uns im Vorstand lange überlegt, ob wir das machen wollen. Wir fanden es eine lustige Idee und haben das Video einfach mal auf die Plattform gestellt und geschaut, was passiert», erzählt Fries. Da der Song aber länger als die erlaubten drei Minuten war, wurde er vom SRF gelöscht. Also musste er um eine Refrain-Wiederholung gekürzt werden. «Das passt auch gut. Wir haben uns dann nochmals offiziell beworben.»

Werbung in eigener Sache

Fries hat «Fitti Manne» extra für die Männerriege komponiert. Er selber ist jahrelanges Mitglied sowie Aktuar und Vizepräsident. Im Oktober wurde ein professionelles Video produziert (unsere Zeitung berichtete). Dieses zeigt den Alltag eines Riegenmitglieds mit einem Augenzwinkern. Präsident Paul Sonderegger spielt die Hauptrolle. Mit dem Video will die Männerriege Werbung in eigener Sache machen und ihr etwas verstaubtes Image aufpolieren. «Das Video ist toll. Es ist frisch und frech geworden. Die Männerriege kommt gut weg», sagt der Sänger.

Dass man damit aber gleich schweizweit für Aufsehen sorgt, hätte niemand gedacht. «Es sind schon Anfragen von verschiedenen Medien gekommen», sagt Manfred Fries. «Das hat mich überrascht.» Er und auch seine Kollegen haben viele positive Reaktionen erhalten. «Dass es natürlich auch solche gibt, die den Song schlecht finden, ist uns völlig klar. Aber damit muss man leben, wenn man sich so ins Schaufenster stellt.»

Viele Hürden bis in den Final

Der Weg in den Schweizer Finale ist noch weit. Das Online-Voting zählt 50 Prozent. Eine Jury bewertet alle Beiträge und steuert die andere Hälfte in der Entscheidung bei. «Zehn Deutschschweizer Bewerber dürfen dann mit sechs aus der Westschweiz und dreien aus dem Tessin in Zürich vorsingen», erklärt Fries. Sechs davon dürfen schliesslich in der Liveshow in der Bodensee-Arena auftreten.

«Wir sind uns bewusst, dass das sehr schwierig wird. Aber wenn wir Kreuzlinger in der Bodensee-Arena auftreten dürften, wäre das für uns eine riesige Ehre.» Ein kleiner Wermutstropfen wäre, dass nicht die ganze Riege dabei sein könnte. «Es dürfen maximal sechs Personen auf der Bühne stehen», sagt Fries.

Das primäre Ziel hat die Riege schon erreicht: «Wir konnten auf uns aufmerksam machen. Von allem anderen lassen wir uns überraschen.» Natürlich hofft er, dass sich dem einen oder anderen seine Songs gefallen.

Online-Voting: esc.srf.ch, dann unter «D» Dä Brüeder vom Heinz suchen und abstimmen.

Buddhistische Mönche beginnen das Mandalastreuen im Kirchgemeindehaus mit einer Zeremonie. (Bild: Annina Flaig)

Buddhistische Mönche beginnen das Mandalastreuen im Kirchgemeindehaus mit einer Zeremonie. (Bild: Annina Flaig)