Fisch und Sonnenuntergang

Zwei Tage wie in einem Sommertraum: Kulinarisch, gesellig und sportlich. Unzählige Besucher kamen ans Segler- und Fischerfest in Ermatingen.

Margrith Pfister-Kübler
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Jan und Kira van Woudenberg haben die Regatta gewonnen. (Bild: Margrith Pfister-Kübler)

Jan und Kira van Woudenberg haben die Regatta gewonnen. (Bild: Margrith Pfister-Kübler)

ERMATINGEN. Bänke und Tische wurden zusätzlich angeschleppt am Samstagabend. Jedes Mäuerchen war besetzt. Beim Schlangestehen für die leckeren Fisch- und anderen Spezialitäten segelten die Gedanken irgendwo herum, es wurden neue Bekanntschaften geschlossen. Schlangestehen erwies sich als dialogfördernd. Der frühere kantonale Fischereiaufseher Kurt Egloff, der Mann, der alles weiss über die Fischerei, präzisierte: «Diese Fischknusperli sind aus dem Untersee, nicht aus dem Obersee.» Das macht den Unterschied.

Bei der Regatta gingen neue Teams an den Start, und den Sieg holte sich die Jugend: Die 14jährige Kira van Woudenberg und ihr sechsjähriger Bruder Bruder Jan liessen mit dem Laser alle routinierten Segler hinter sich.

Früher nur internes Fest

«Hier kann man den schönsten Sonnenuntergang erleben», schwärmen Besucher aus Frauenfeld. Das wachsende Bewusstsein für Qualität und Nähe ist auf dem Weg. «Ursprünglich war dies ein internes Fest für die Fischer und Segler, dann haben wir es fürs Publikum geöffnet», erzählt Jürg Singer, Präsident des Ermatinger Segelclubs.

Musik braucht es nicht

Die Besucher fühlen sich eins mit Himmel und See, Wein, Bier und kulinarischen Spezialitäten. Ohne Musikberieselung. Nur Stimmen, Lachen, Wellengeräusch. Einige legen mit dem Boot an. Berlinger sind mit dem Ruderboot gekommen. Nichtstun und Geniessen gehört zu den wichtigsten gesund haltenden Aktivitäten im Leben, lachen Konstanzer, die mit dem Velo gekommen sind. «Das langweiligste Dorf, damit hat Ermatingen doch geworben.» Selbst Eremiten gefällt es hier. Gestern ging es weiter, und sogar das Wetter blieb schön.