Finanzielle Basis weiter gestärkt

Gespräch zum Jahreswechsel – heute mit Gemeindeammann Walter Luginbühl. Die Politische Gemeinde Hauptwil-Gottshaus fügte ihrer Geschichte im Jahr 2008 mehrere neue Kapitel von weitreichender Bedeutung hinzu.

Georg Stelzner
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Walter Luginbühl im «Oberen Rebrain», einer attraktiven Wohnlage im Dorf Hauptwil. (Bild: Georg Stelzner)

Walter Luginbühl im «Oberen Rebrain», einer attraktiven Wohnlage im Dorf Hauptwil. (Bild: Georg Stelzner)

HAUPTWIL-GOTTSHAUS. «Aus Sicht der Gemeinde war 2008 ein bewegtes Jahr», stellt Gemeindeammann Walter Luginbühl fest und nennt den Abschluss der Zonenplanrevision, die Errichtung der neuen Sitterbrücke, die Adaptierung des kommunalen Leitbildes und die gemeinsame Bundesfeier mit der st. gallischen Gemeinde Gossau, eine in jeder Hinsicht gelungene Premiere, herausragende Ereignisse. Gefreut habe ihn auch, dass die Gemeinde beim Qualitätsmanagement ihrer Wasserversorgung ein weiteres Mal hervorragend abgeschnitten habe. Dass nicht alle Bauvorhaben wie geplant realisiert werden konnten, sei in erster Linie auf die starke Auslastung des Baugewerbes zurückzuführen, was zu Verzögerungen geführt habe. Grosso modo, so Luginbühl, sei man aber «auf Kurs».

Interesse an Bauland steigt

Die Revision des Zonenplans stellt in den Augen Luginbühls für die Gemeinde Hauptwil-Gottshaus eine wichtige Weichenstellung dar, werde damit doch festgelegt, wo in Zukunft gebaut werden kann. Die Hoffnungen, die der Gemeindeammann damit verbindet, erfüllen sich bereits. «Die im Vorjahr durchgeführten Erschliessungsarbeiten haben das Interesse am Bauland spürbar gesteigert», freut sich Luginbühl mit Blick auf die erschlossenen Parzellen in Hauptwil («Oberer Rebrain») und Wilen-Gottshaus («Vogelherd»). Erfreut nimmt der Gemeindeammann zudem zur Kenntnis, dass der Bevölkerungsschwund, ein negativer Trend der letzten Jahre, gestoppt werden konnte. Die sich abzeichnende Bautätigkeit in den genannten Quartieren könnte sogar der Beginn einer gegenteiligen Entwicklung sein, ist Luginbühl zuversichtlich. Ende 2008 zählte die Gemeinde Hauptwil-Gottshaus 1820 Einwohner und damit doch einige mehr als zwölf Monate davor.

Neue Lösung für Post

Zu den markanten Veränderungen, die das vergangene Jahr der Gemeinde beschert hat, zählt Luginbühl auch die Schliessung der Post in Hauptwil. Diesen Verlust möchte der Gemeindeammann aber nicht überbewerten, zumal Kriterien wie Tradition und Prestige bei wirtschaftlichen Entscheiden keine Rolle spielen könnten. Luginbühl erinnert an die Situation in Wilen-Gottshaus, wo die Post gar nicht mehr vor Ort präsent sei, während sie in Hauptwil einen Grossteil ihrer Dienstleistungen heute im Volg-Laden anbiete. «Und dort sind die Öffnungszeiten sogar kundenfreundlicher als in der früheren Poststelle», gibt der Gemeindeammann zu bedenken.

Abstriche musste die Gemeinde beim Arbeitsplatzangebot machen, da sich die Tricosal BBZ AG Anfang Jahr aus Hauptwil zurückzog und keine neuen Firmen gegründet oder angesiedelt wurden. Die aktuelle Finanzkrise verfolgt Luginbühl daher besonders aufmerksam. Die Entwicklung der letzten Wochen gibt ihm zu denken. «Auch wir werden wohl nicht ungeschoren davonkommen», befürchtet er, «doch hoffe ich, dass uns wenigstens die Welle des Stellenabbaus nicht erfassen wird.»

Genug Reserven vorhanden

Die Konsolidierung der Gemeindefinanzen befindet sich laut Luginbühl auf gutem Weg. So sei es gelungen, die Verschuldung von 14 Mio. Franken bei der Gründung der Politischen Gemeinde im Jahr 1996 auf aktuell rund 8 Mio. Franken zu reduzieren, ohne deswegen den Unterhalt der Infrastruktur zu vernachlässigen. Die Finanzkennzahlen bewegten sich jetzt im «tragbaren» Bereich, die Abschreibungen und der Zinsendienst reduzierten sich von Jahr zu Jahr. Ihren Niederschlag findet die optimistische Einschätzung auch im Antrag des Gemeinderates, den Steuerfuss an der Gemeindeversammlung vom 22. Januar von 82 auf 79 Prozent zu senken. Luginbühl räumt ein, dass er diesbezüglich eine konservative Politik bevorzuge, in Anbetracht eines Eigenkapitals von 2 Mio. Franken einen solchen Schritt aber als vertretbar erachte. Sofern sich die Wirtschaft «einigermassen normal» entwickelt, schliesst er weitere behutsame Senkungen des kommunalen Steuerfusses in den nächsten Jahren nicht aus.

Hochwasserschutz ausbauen

Das Jahr 2009 verspricht nach den Worten Luginbühls deutlich ruhiger zu werden als das zurückliegende. Zu erwarten sei, dass die Zahl der Baugesuche, in erster Linie für Einfamilienhäuser, weiter zunehmen wird. Auch die Gemeinde werde sich mit einem Bauvorhaben zu befassen haben: «Es gilt den Hochwasserschutz entlang des Dorfbaches auf dem Abschnitt Oberdorf- bis Waldkircherstrasse in Angriff zu nehmen.» Dabei müssten wirtschaftliche und ökologische Aspekte berücksichtigt werden. Sollte dieses Jahr ein Vorprojekt zustande kommen, könnte der Budget-Gemeindeversammlung 2010 ein konkretes Projekt unterbreitet werden. Im übrigen werde das neue Jahr vor allem von Alltagsarbeit geprägt sein, vermutet Luginbühl.

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