Feuerwehr will mehr aufs Mal retten

Der Hubretter der Feuerwehr Amriswil ist in die Jahre gekommen, die Elektronik bereitet zunehmend Probleme. Nun soll ein neues Fahrzeug den Bronto Skylift ablösen. Die Anschaffung unterliegt aber dem fakultativen Referendum.

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AMRISWIL. Der Stadtrat hat den Antrag der Feuerwehrkommission genehmigt und dem Kauf eines neuen Hubretters durch die Feuerwehr Amriswil zugestimmt. Der alte ist störungsanfällig und in die Jahre gekommen. Die Neuanschaffung unterliegt dem fakultativen Referendum, dessen 30tägige Frist ab heute läuft.

Bei Ernsteinsätzen hat glücklicherweise immer alles geklappt, bei Übungen offenbart der 20jährige Hubretter vom Typ Bronto Skylift aber vermehrt Probleme mit der Elektronik, deren Ursachen schwer zu eruieren sind. Ein Aussetzer bei einem Ernstfall, wo jede Sekunde zählen kann, ist nicht zu verantworten.

Aufrüsten lohnt sich nicht

«Wir klärten ab, ob die Elektronik aufgerüstet werden könnte, doch stellte sich heraus, dass sich das finanziell nicht lohnen würde. So hat die Feuerwehrkommission entschieden, Ersatz zu beschaffen», informiert Andreas Bösch, Vizekommandant der Amriswiler Feuerwehr. Eine Neuanschaffung nach 20 Jahren sei sicherlich gerechtfertigt, sagt Bösch. «Zumal wir 1996 in der Region die ersten waren, die einen Hubretter anschafften und andere Feuerwehren, die uns nachfolgten, ihr altes Modell seither längst ersetzt haben.»

Eine feuerwehrinterne Beschaffungskommission unter der Leitung von Andreas Bösch hat vier mögliche neue Hubretter-Fahrzeuge auf Herz und Nieren getestet und sich für ein Modell der Firma Rosenbauer entschieden, welches nicht nur in qualitativer Hinsicht überzeugt, sondern auch beim offerierten Preis. Die Gesamtkosten inklusive Einsatzmaterial belaufen sich auf rund 856 000 Franken. Abzüglich der Subvention durch die kantonale Gebäudeversicherung (50 Prozent) kommt das Fahrzeug die Feuerwehr Amriswil auf 428 000 Franken zu stehen.

Referendumsfrist läuft

Der Stadtrat hat sich für die Anschaffung eines neuen Hubretters ausgesprochen. Laut Gemeindeordnung müssen Beschlüsse des Stadtrats bei einmaligen Ausgaben zwischen 200 000 und 500 000 Franken dem fakultativen Referendum unterstellt werden. Sollten 200 Stimmberechtigte innert 30 Tagen dies verlangen, muss der Beschluss der Urnenabstimmung unterbreitet werden.

Die Feuerwehr Amriswil hofft darauf, den neuen Hubretter bis zum Bezug des neuen Feuerwehrzentrums im kommenden Jahr in Einsatz nehmen zu können. Andreas Bösch sieht viele Vorteile im neuen Modell: «Es ist flexibler einsetzbar, verfügt über eine horizontale Ausladung von 26 Metern (bisher: 17 Meter) und über einen viel grösseren Korb als Rettungsplattform (550 statt 270 kg Korblast). Das ermöglicht es uns, bis zu drei Personen mehr zu retten aufs Mal.» (RH)