Feuer trifft Wasser an der Thur

KRADOLF-SCHÖNENBERG. Am 8. September findet in Kradolf-Schönenberg der Tag des Denkmals statt. Zum Thema «Feuer, Licht, Energie» können die Besucher Kulturgüter und Ateliers besichtigen und mehr über den Wandel der Energiegewinnung erfahren.

Andrea Kern
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Vor der Kraftzentrale in Schönenberg: Gemeinderätin Renate Bruggmann und Irene Ebneter vom Amt für Archäologie. (Bild: Donato Caspari)

Vor der Kraftzentrale in Schönenberg: Gemeinderätin Renate Bruggmann und Irene Ebneter vom Amt für Archäologie. (Bild: Donato Caspari)

«Die Störche sind heute leider nicht da.» Renate Bruggmann schaut zum Schornstein hoch, auf welchem sich ein Nest befindet. Am liebsten hätte die Gemeinderätin die Tiere auch auf dem Foto gehabt. Sie steht mit Irene Ebneter vor der Kraftzentrale Schönenberg. Das Gebäude aus dem Jahr 1862 ist eines von fünf Kulturgütern, die am Sonntag, 8. September, für die Bevölkerung zugänglich sind. Irene Ebneter ist beim Amt für Archäologie Leiterin Sammlungen und Archive. Gemeinsam organisieren die beiden den Tag des Denkmals. Dieser findet europaweit statt, im Thurgau jedes Jahr in einer anderen Gemeinde.

Kraftwerke an der Thur

Sie sei schnell auf Kradolf-Schönenberg gekommen, als das diesjährige Motto bekanntgegeben worden sei, sagt Irene Ebneter. Vor allem die Thur trägt in der Gemeinde viel zum Thema «Feuer, Licht, Energie» bei. «Man sieht an der Kraftzentrale und am Kraftwerk Thurfeld den Wandel der Energiegewinnung», erklärt sie. In der Kraftzentrale führen Mitglieder des Vereins Führungen durch. Informationstafeln ermöglichen einen individuellen Rundgang. Im Kraftwerk stellen die Organisatoren ebenfalls Informationstafeln auf, ein Mitarbeiter steht für Fragen zur Verfügung.

«Wir möchten an diesem Tag Orte zugänglich machen, die sonst nicht jederzeit besichtigt werden können», erklärt Renate Bruggmann. «Ausserdem wollen wir das Interesse an Kulturgütern wecken.» Egal, ob das Ruinen oder Fabrikgebäude sind: Die Organisatoren möchten aufzeigen, dass dazu nicht nur historische Bauten gehören, sondern auch in der Gegenwart Kulturgüter geschaffen werden.

Zu den moderneren Gebäuden gehört die Holzschnitzel-Fernheizungszentrale, die seit 1997 in Betrieb ist. Sie kann individuell besichtigt werden, ein Mitarbeiter beantwortet Fragen der Besucher.

Ausrüstung der Feuerwehr

Ein weiterer Ort, der am Tag des Denkmals besucht werden kann, ist das Feuerwehrmuseum Kradolf. Dieses ist nicht nur am Sonntag, sondern auch am Samstag, 7. September, geöffnet. Zu sehen sind Fotos über die Dörfer Kradolf und Schönenberg heute und einst sowie Ausrüstungsgegenstände der Feuerwehr. Instruktoren bieten Führungen an.

Einen Einblick in die Geschichte der Bleiker-Öfen, die während über 160 Jahren bei Sulgen hergestellt wurden, erhalten die Besucher im Bauteillager in Schönenberg. Marco Casanova hält Kurzvorträge und präsentiert das Hafnerhandwerk. Betriebsleiter Josef Kesseli bietet Führungen an. Im Bauteillager gibt es unter anderem Dachziegel, Türschlösser, Kachelöfen, Parkettböden und Türen zu sehen. Sie werden aufbereitet, damit sie an geeigneten Gebäuden wieder verwendet werden können. «Ich habe Sachen entdeckt, die ich bei meiner Grossmutter früher gesehen habe», schwärmt Irene Ebneter.

Am Tag des Denkmals wird ausserdem ein Kulturweg organisiert (siehe Kasten). «Wir möchten schon länger unsere Kulturschaffenden in den Vordergrund stellen», sagt Renate Bruggmann.

www.kradolf-schoenenberg.ch www.archaeologie.tg.ch www.hereinspaziert.ch