Ferien in der Heimat sind reizvoll

AMRISWIL. Familie Kempf aus Muolen verbringt jedes Jahr einige Tage auf dem Amriswiler Campingplatz in Uttwil. Als Vorteil nennt Barbara Kempf, dass sie durch das nahe Feriendomizil viel flexibler sei und sich nach Wetter und Arbeit richten könne.

Gunhild Rübekeil
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Gemeinsamer Urlaub am Bodensee: Andrea Baumgartner, Raffael, Jasmin und Barbara Kempf. Vorn die Freundinnen Geraldine und Laura. (Bild: Gunhild Rübekeil)

Gemeinsamer Urlaub am Bodensee: Andrea Baumgartner, Raffael, Jasmin und Barbara Kempf. Vorn die Freundinnen Geraldine und Laura. (Bild: Gunhild Rübekeil)

Eigentlich wollte die Familie Kempf schon zu Ferienbeginn ihr Zelt am Bodensee aufschlagen. Das Wetter machte jedoch einen Strich durch die Rechnung. Später sieht es besser aus, und endlich kann es losgehen. Im Schlepptau haben Mutter Barbara, Jasmin (16), Raffael (14) und Geraldine (12) die befreundete Andrea Baumgartner und deren Tochter Laura (14). Zu fünft teilen sie sich ein Grossraumzelt. Die älteste Tochter Fabienne (18) ist im Ausland, Vater Toni Kempf in Muolen geblieben. «Nach zwei Tagen Zelten tut mir der Rücken weh», erklärt der 50-Jährige, der sich tagsüber um die Firma kümmert und seine Familie abends am Bodensee besucht.

Bei Bedarf in die Firma fahren

«Ein grosser Vorteil vom Urlaub in der Heimat ist», findet das Ehepaar Kempf, «dass man flexibel ist. Wir können uns nach der Arbeit und dem Wetter richten.» Barbara Kempf, im Familienbetrieb zuständig für Büroarbeiten, kann bei Bedarf für einige Stunden in die Firma fahren. «Die Kinder sind alt genug, um allein am See zu bleiben.» Weiterer Pluspunkt des Urlaubs um die Ecke: Die Kempf'schen Haustiere, Katzen und Kaninchen, können wie gewohnt versorgt, die Blumen regelmässig gegossen werden.

Die Tradition des Campingurlaubs pflegen die Muolener schon seit einigen Jahren. Durch eine Freundin seien sie «da so reingerutscht», erzählt Barbara Kempf. Den Kindern hatte das Zelten auf Anhieb gut gefallen, deshalb wurde es zur liebgewonnenen Gewohnheit. Im Laufe der Jahre schaffte die Familie ein besseres Zelt und ein kleines Gummiboot an, mit dem sie auf dem See paddeln können.

Vier Wochen im Alpenkreuzer

2011 hatte die Familie eine besonders noble Unterkunft. «Eine bekannte Familie hat uns ihren Alpenkreuzer geliehen», berichtet Toni Kempf. Vier Wochen verbrachte man damals am See. Statt sich im Süden bei Tropenhitze mit Hunderten von Menschen ein Stück Strand zu teilen, geniessen die Kempfs den Sommer lieber in der Heimat. Nur Geraldine legt Protest ein. Sie wäre gerne weggefahren – vor allem bei diesem durchwachsenen Wetter. Dass ihre Freundin Laura mit ihnen zeltet, tröstet sie allerdings ebenso über die mitunter eher tiefen Temperaturen hinweg wie die Aussicht auf einen gemeinsamen Kreta-Urlaub im Herbst.

Raffael ist der Küchenchef

Schwerer hat es da schon Raffael als einziger Mann in der Frauenrunde. Sein Freund, der ihn sonst gerne zum Camping begleitet, absolviert derzeit ein Schnupperpraktikum und hat deshalb keine Zeit. Die Anerkennung der Frauen ist dem 14-Jährigen dennoch gewiss. «Er ist unser Küchenchef», berichtet Mutter Barbara lachend und weist auf den kleinen Gaskocher, der in der Wiese auf seinen Einsatz wartet. «Raffael kann richtig gut kochen», bestätigen die Schwestern.

«Wir haben hier alles, was man braucht», sagt Barbara Kempf. Schwimmen, sonnen oder auch mal in die Berge zum Wandern. – «Urlaub vor der Haustür kann so schön sein.» Selbst das Packen, findet die vierfache Mutter, wird einfacher: Wenn etwas fehlt, ist es ganz schnell von Muolen geholt.