Felix liebt die Schweiz so sehr

Seit 2012 wohnt der gebürtige Österreicher Felix Baumgartner in Arbon. Hier gefällt es ihm anscheinend so gut, dass er am liebsten für immer bliebe.

Cathrin Caprez
Drucken
Teilen
Felix Baumgartner Stratosphärenspringer, Extremsportler und Heli-Pilot. (Bild: ky/Pius Koller)

Felix Baumgartner Stratosphärenspringer, Extremsportler und Heli-Pilot. (Bild: ky/Pius Koller)

ARBON. Felix Baumgartner ist für mehrere Dinge bekannt geworden; mal mehr, mal weniger gewollt. Am Anfang stand sein Stratosphärensprung aus 39 Kilometer Höhe über der Erdoberfläche. Der Raumanzug, der ihn am 14. Oktober 2012 wohlbehalten zurück auf die Erde brachte, ist noch bis 20. April im Verkehrshaus Luzern zu besichtigen (unsere Zeitung berichtete).

Der gierige Staat Österreich

Seit seinem spektakulären Sprung ist Baumgartner vor allem bekannt für markige Statements. Das jüngste: Baumgartner will Schweizer werden. Kundgetan hat er diese Absicht in einem «Blick»-Interview, eingebettet in nicht eben schmeichelhafte Ansichten über sein Herkunftsland Österreich. «In Österreich kassiert der Staat 20 Prozent Mehrwertsteuer und kommt dennoch vorne und hinten nicht durch», sagte Baumgartner wörtlich. Und auch über die Ursachen ist er sich im klaren: «Schuld daran ist ein aufgeblasener bürokratischer Apparat.»

Demgegenüber ist Baumgartner voll des Lobes über die Schweiz. Er schätzt ihre wirtschaftliche Stärke und ihre «direkte Demokratie», die beim Volk «kaum zu Politikverdrossenheit» führe, und rät: «Das System der Schweiz sollte man kopieren und in Österreich einführen.»

Hämische Reaktionen

Natürlich kam es in Folge zu vielstimmigen Reaktionen unter den «Blick»-Lesern. Sie reichen vom bedachten Appell an das «Durchlaufen des normalen Prozederes» bis zum hämischen Hinweis, dass «Schweizerpässe allen nachgeschmissen würden und man sich den Schweizer Regeln nicht einmal anpassen müsse, um von allem zu profitieren».

So oder so: Auch für Baumgartner wird eine Einbürgerung im Kanton Thurgau mindestens noch viereinhalb Jahre dauern – falls es ihm tatsächlich ernst ist mit dem Schweizer Pass.

Aktuelle Nachrichten