FDP sucht Weg aus der Krise

ERLEN. Mit gemischten Gefühlen blicken auch die Freisinnigen im AachThurLand den nächsten Wahlen entgegen. Sie fürchten um ihren Sitz im Nationalrat.

Georg Stelzner
Drucken

ERLEN. Im Restaurant des Golfclubs Erlen fand die Jahresversammlung der FDP AachThurLand statt. Mit der Verpflichtung von Vincenzo M. Pedrazzini, Vizepräsident der FDP Schweiz und deren Wahlkampfleiter, war der 81 Mitglieder zählenden Ortspartei ein Überraschungscoup gelungen. Vom prominenten Gastreferenten aus dem Kanton Schwyz erhoffte man sich Ratschläge, wie die Partei – vor allem auf nationaler und kantonaler Ebene – zu alter Stärke zurückfinden könnte.

Auf die Strasse gehen

Pedrazzini gab sich überaus selbstkritisch und redete von Beginn an Klartext. Das Absinken in der Wählergunst führte er darauf zurück, dass der direkte Kontakt zur Basis verlorengegangen sei. Die schonungslose Analyse des stellvertretenden Parteichefs: «Wir verlieren Wahlen, weil wir nicht mehr wahrgenommen werden.» Das sei nicht zuletzt eine Frage der Kommunikation.

Die FDP müsse wieder lernen, ihre Politik den Wählern zu vermitteln. Und dazu müssten die Protagonisten der Partei auch mal auf die Strasse gehen. Pedrazzini forderte, die eigenen Positionen besser zu verkaufen und gegenüber den politischen Mitbewerbern kritischer aufzutreten.

Gegen Angstmacherei

Eine klare Absage erteilte der Referent einer Politik, die Ängste schürt. Damit würden keine Probleme gelöst. Der Versuchung, andere Parteien zu kopieren, dürfe die FDP nicht erliegen, warnte Pedrazzini. An Kandidierende richtete er den Appell, vermehrt für ihre Partei einzustehen und Eigeninteressen zurückzustellen.

Im Hinblick auf die bevorstehenden Nationalratswahlen stellte der FDP-Wahlkampfleiter fest: «Ich bin überzeugt, dass es in der politischen Mitte Listenverbindungen geben muss.» Die FDP dürfe sich nicht zu schade dafür sein. Logische Partner für den Freisinn könnten die Grünliberalen und die BDP sein. Pedrazzini räumte aber ein, dass die kantonsspezifischen Verhältnisse nicht ausser Acht gelassen werden dürften. Man müsse prüfen, was sinnvoll und erfolgversprechend ist.