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FAUNA: Eichhörnchen, zeig deinen Pelz

Das Projekt «wilde Nachbarn» sammelt schweizweit Beobachtungen von Säugetieren aus der Bevölkerung. Aus der Region Weinfelden gibt es erst wenige Meldungen. An den Tieren kann es jedoch nicht liegen.
Sabrina Bächi
Ein fuchsrotes Eichhörnchen guckt neugierig, von wem es fotografiert wird. (Bild: Barbara Weber)

Ein fuchsrotes Eichhörnchen guckt neugierig, von wem es fotografiert wird. (Bild: Barbara Weber)

Sabrina Bächi

sabrina.baechi@thurgauerzeitung.ch

Flink huscht es zwischen den ­Ästen hindurch. Akrobatisch springt es von Baum zu Baum. Im Herbst sehen es viele: das Eichhörnchen. Nichts Neues. Sicher. Nichts Spannendes? Auf keinen Fall. Das zumindest findet Hannes Geisser, Direktor des Natur­museums Thurgau. Dank dem Projekt «wilde Nachbarn» gehen einige Thurgauer derzeit mit offenen Augen und Ohren durch die Natur, auf der Suche nach einem Säugetier, das sie melden können. «Alle Beobachtungen werden für den neuen Säugetieratlas der Schweiz gesammelt», sagt Geisser. Im Internet sind bereits jetzt alle bisherigen Sichtungen auf einer Karte einzusehen.

Wenig Beobachtungsgabe braucht es jedoch, um auf der Website zu erkennen, dass ge­rade die Gegend um Weinfelden mit weisser Kartenfläche satt schwarzen Beobachtungspunkten glänzt – es sind nur knapp 30. «Es ist uns auch aufgefallen, dass aus der Region Weinfelden bisher wenig Meldungen eingegangen sind», sagt Geisser, «aber an den Tieren kann es nicht liegen.» Davon gäbe es genügend, versichert der Biologe lachend.

Region Weinfelden bietet gute Lebensräume

Insgesamt sind beim Naturmuseum für den ganzen Kanton an die 400 Meldungen eingegangen. «Gemessen an der Zahl potenzieller Beobachter und den verschiedenen Lebensräumen wie dem Thurtal, Ottenberg und verschiedener kleiner Reservate wie Kiesgruben, sind es eher wenig Beobachtungen», sagt Geisser. Die spärlichen Meldungen führt er unter anderem darauf zurück, dass Wildtierbeobachtungen fast schon zum Alltag gehören. Doch tagtägliche Beobachtungen leisten als einzelne Puzzleteile einen grossen Beitrag für das Gesamtwerk. «Jede Beobachtung ist wichtig für die Säugetierforschung.» Denn die Meldungen können ­Forscher im Endeffekt analysieren, Bestände hochrechnen oder dokumentieren, wie nahe Tiere wie der Fuchs dem Siedlungs­gebiet kommen.

Dabei bringt es nichts, sich auf die Lauer zu legen, sagt Geisser. «Besser ist es einfach, mit einem geschärften Blick durch die bekannte Umgebung zu gehen.»

Bessere Chancen für ­Tiersichtung im Herbst

Gerade im Herbst auf einem schönen Spaziergang biete sich die Gelegenheit, Wildtiere zu beobachten. «Es ist eine sehr dynamische Zeit. Jungtiere suchen sich ein neues Revier, viele sind auf Nahrungssuche und es dunkelt früh ein.» Wer Glück hat, sieht so Dachs, Hermelin oder Mauswiesel. «Derzeit läuft eine schweizweite Aktion zum Eichhörnchen», sagt der Museums­leiter. Dabei sollen Beobachter des flinken Nüssesammlers vor allem auf dessen Fellfarbe achten. «Vielen ist sicher schon aufgefallen, dass es rote und braune Eichhörnchen gibt. Das soll nun genauer untersucht werden.» Hinter der Aktion steckt die These, dass in tieferen Lagen Eichhörnchen meist fuchsrot, in höheren Lagen braunschwarz sind. Die Meldungen tragen dazu bei, eine landesweite Verbreitungskarte der beiden Eichhörnchen-Farbvarianten für den neuen Säugetieratlas zu erstellen – und die These allenfalls zu bestätigen.

Naturmuseum ist froh um alle Hinweise

Das Team vom Naturmuseum Thurgau unterstützt alle Wildtierbeobachter. Wer ein Tier foto­grafiert hat, es aber nicht genau bestimmen kann, der kann dem Naturmuseum das Foto schicken. «Wir bestimmen die Tiere und ­laden die Meldung auf die Homepage», sagt Geisser. Selbst tote Tiere nimmt das Team an, bestimmt sie und trägt sie in die Datenbank ein. «Wenn die Katze eine Maus nach Hause bringt, unbedingt fotografieren oder vorbeibringen.» Auch wer keine Foto machen kann, soll die Beobachtung melden.

Für Kinder besonders interessant ist der Spurentunnel. «Ein ­effektives Mittel für die Beobachtung und sehr einfach herzustellen.» Mit drei Tetrapackungen, einem Stempelkissen, Leim und Papier ist schnell ein Tunnel gebastelt, auf dem die kleinen Säuger ihre Fussspuren hinterlassen (siehe kleines Bild). Diese kann man dem Naturmuseum schicken, dort werden die Spuren analysiert und bestimmt. «Die Bauanleitung dafür ist auf unserer Homepage», sagt Hannes Geisser. «Es ist wichtig, dass das Projekt bekannt wird, damit möglichst viele ihre Beobachtungen melden. Ich bin Berufsoptimist, jede Nachricht ist ein Erfolg.»

Hinweis

naturmuseum@tg.ch www.wildenachbarn.ch

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