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Fauler Kompromiss

Dreispitz
Chretzer

Es ist eine dieser ganz normalen Diskussionen beim Nachtessen, angestossen durch die harmlose Zeitungsmeldung über die Parteiparolen zu den kommunalen Abstimmungen. «Du, ich muss auch noch abstimmen», sagt die Chretzerin. «Ich denke, ich bin diesmal für das neue Hallenbad und für die Sanierung der Romanshorner-strasse. Man gönnt sich ja sonst nichts, oder?» – «Ähh – doch», sagt der Chretzer. «Irgendwie gönnen wir uns schon eine ganze Menge. Ich bin mir nicht sicher, ob wir Kreuzlinger uns noch irgendetwas leisten können, so wünschenswert es auch sein mag. Überleg mal, was allein das Stadthaus kostet.»

Der Kleinchretzer, der währenddessen brav seine Wasserflohsuppe ausgelöffelt hat, merkt auf. Dummerweise ist ihm ein Verwaltungsgebäude egal, auch wenn es 32,4 Millionen wert ist. Er will schwimmen. Man kann sich deshalb vorstellen, wie sein Kompromissvorschlag aussieht: «Vergesst die Strasse. Gebt uns Wasser!» Schade, dass die 2,8 Millionen, die sich so sparen liessen, die 35,5 Millionen nicht ganz aufwiegen.

Chretzer

kreuzlingen@thurgauerzeitung.ch

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