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Fatzer will Pfarrhaus kaufen

ROMANSHORN. Die Vorsteherschaft der Evangelischen Kirchgemeinde Romanshorn-Salmsach möchte das Pfarrhaus an der Friedhofallee für eine Million an die Fatzer AG veräussern. Zwei andere sind bereits in privaten Händen. Der Kirchenrat hat nichts dagegen.
Markus Schoch
Hier wohnt kein Pfarrer mehr: Pfarrhaus an der Friedhofallee in Romanshorn. (Bild: Reto Martin)

Hier wohnt kein Pfarrer mehr: Pfarrhaus an der Friedhofallee in Romanshorn. (Bild: Reto Martin)

Die Kirchenvorsteherschaft hat nicht viel Zeit verloren. An der Rechnungsgemeinde Ende Mai liess sie die Kirchbürger wissen, dass sie das Pfarrhaus an der Friedhofallee verkaufen wolle. Am 23. September legt die Behörde den Kirchbürgern bereits einen konkreten Kaufrechtsvertrag mit der Firma Fatzer AG vor, der das Nachbargrundstück gehört und die seit 2001 das Vorkaufsrecht besitzt.

Kirchenpräsident Heinz Loppacher ist nach eigenen Worten «sehr zuversichtlich», dass eine Mehrheit an der Urne den Plänen zustimmen wird. «Ich habe bis jetzt keine negativen Stimmen gehört.» Im Gegenteil, vor allem Ältere würden ihm sagen, dass es an der Zeit sei, das Pfarrhaus zu verkaufen. Das Gebäude wird seit Jahren nicht mehr unterhalten. Eine umfassende Sanierung wäre nach Angaben der Kirchenvorsteherschaft nötig.

Das 1873 erbaute Pfarrhaus ist als erhaltenswertes Kulturgut unter Schutz gestellt und mit einem Abbruchverbot belegt, wie die Kirchenvorsteherschaft in der Botschaft an die Kirchbürger schreibt.

Fatzer plant Wohnüberbauung

Die Firma Fatzer will Produktion und Administration ganz ins Industriequartier verlegen und plant auf dem frei werdenden Betriebsareal im Dorf eine Wohnüberbauung. Gehört ihr das als wertvoll eingestufte Pfarrhaus, wird es für das Unternehmen viel einfacher.

Das Unternehmen ist bereit, eine Million Franken für die Liegenschaft zu zahlen, und es hat bis April 2017 Zeit, das Kaufrecht einzufordern. Bis dahin bleibt das Pfarrhaus im Besitz der Kirchgemeinde, die es Dritten vermieten kann. Seit letztem Herbst bewohnt eine Familie die 91/2 Zimmer. Beim Eintrag des Kaufrechtsvertrags ins Grundbuch wird eine Anzahlung von 50 000 Franken fällig, die beim Verkauf am Preis angerechnet würde.

Dem geplanten Verkauf des Pfarrhauses musste der Kirchenrat zustimmen. An der Rechnungsgemeinde Ende Mai war noch offen, ob er Hand bieten würde. Mittlerweile hat er seinen Segen gegeben.

Kirchenrat willigt ein

Den Weg freigemacht hat die Kirchgemeinde selber im Juli mit dem Kauf einer 51/2-Zimmer-Wohnung an der Feldeggstrasse. Sie könnte einem Pfarrer als Ersatz fürs Pfarrhaus angeboten werden – womit einer entsprechenden Vorschrift in der Kirchenverfassung Genüge getan ist. Im Moment besteht allerdings kein Bedarf, da der neue Pfarrer Ruedi Bertschi selber ein Haus gebaut hat.

Die Wohnung an der Feldeggstrasse wird jetzt auf Oktober hin einer Familie vermietet. «Wir hatten sehr viele Interessenten», sagt Kirchenpräsident Heinz Loppacher.

Aufstockung finanzieren

Mit dem Erlös des Pfarrhausverkaufs will die Kirchenvorsteherschaft die Aufstockung des Kirchgemeindehauses finanzieren. Auf dem Flachdach, das in den nächsten Jahren saniert werden müsste, soll eine Wohnung gebaut werden. Die Zeit drängt nicht. «Im Moment ist das Dach noch dicht», sagt Loppacher.

Nach dem Verkauf des Pfarrhauses an der Friedhofallee hätte die Kirchgemeinde nur noch ein einziges Pfarrhaus: dasjenige in Salmsach. Die Pfarrhäuser an der Pestalozzistrasse und Spielgasse hat sie bereits 2005 beziehungsweise 2011 veräussert.

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