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Fastenzeit

Leuchtturm

Wenn auch nicht überall, so ist bei uns in Romanshorn doch mehrheitlich die Guggenmusik verstummt und viele Fastnachtskostüme wurden wieder in den Schrank gehängt. Am Aschermittwoch hat die 40-tägige Fastenzeit der Christen begonnen. Symbolisch erhielten Kirchgänger Asche aufs Haupt gestreut als Zeichen der Vergänglichkeit. Nach dem fröhlichen, oft ausgelassenen Fastnachtstreiben ist die stille und reinigende Zeit des Fastens angesagt. Aber was bedeutet Fasten überhaupt?

Klar ist, dass der Begriff «Fasten» nicht von «fast» im Sinne von «beinahe» herrührt. Auch wenn wir hier in einer solchen «beinahe-Zeit» zu leben scheinen: Wir haben beinahe einen Stadtplatz, der uns die Sterne zeigt. Wir haben beinahe eine Verkehrsführung, die zum Ziel führt. Wir haben beinahe einen Stadtsaal, welcher der Grösse der Hafenstadt würdig ist. Na gut –diesen Saal haben wir nicht einmal beinahe. Dafür haben wir aber beinahe ein Hotel, eine Passerelle oder eine Kunstinstallation…

Aber wie bereits geschrieben: Fastenzeit hat nichts mit «beinahe» zu tun. Übrigens auch nichts mit dem englischen «fast» (= ‹schnell›). Dann wäre nämlich in unserer schnelllebigen Epoche das ganze Jahr über Fastenzeit: von Fastfood bis Speed Dating. Nein, in der Fastenzeit wollen wir verzichten, um uns aufs Wesentliche zu besinnen. Und das liegt wieder im Trend: Ballast abstreifen, um das Leben in seiner Ursprünglichkeit zu geniessen.

In diesem Sinne heisst Fastenzeit auch, sich nicht an alles zu klammern, was bisher galt. Also nicht nur materiellen Plunder über Bord zu kippen, sondern auch mal vorgefasste Meinungen, althergebrachte Vorurteile oder unreflektierte Stammtischvoten. Wie schön, wenn wir in Romanshorn nach den 40 Tagen Fastenzeit geläutert an die anstehenden Aufgaben und Herausforderungen herantreten. Dann wird uns allen Unkenrufen zum Trotz eine herrliche Zukunft winken. So lasset uns fasten!

Christoph Sutter

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