Fast kein Sparpotenzial mehr

Die Gemeinde Erlen veranschlagt für 2015 ein Defizit von einer halben Million Franken. Besonders das Gesundheits- und Sozialwesen belasten die Finanzen.

Hannelore Bruderer
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ERLEN. Durch das erhöhte Wohnungsangebot ist die Einwohnerzahl der Politischen Gemeinde Erlen in den ersten zehn Monaten dieses Jahres um 179 Personen gewachsen. In den Vorjahren betrug das Wachstum jeweils zwischen 30 bis 40 neue Einwohner pro Jahr. Dieses erhöhte Wachstum wird der Gemeinde für 2015 auch höhere Steuererträge bescheren. Dennoch weist das Budget 2015 einen Aufwandüberschuss von 497 200 Franken aus, denn auch die Kosten steigen.

Verlagerung auf Gemeinden

Besonders die finanzielle Entwicklung bei den Gesundheits- und Sozialkosten würde sich negativ auf das Budget auswirken, sagt Gemeindeammann Roman Brülisauer. Allein für diesen Bereich rechnet die Gemeinde Erlen mit Mehraufwendungen gegenüber dem laufenden Jahr von rund 185 000 Franken.

Aufgestockt wurden die Budgetposten Berufsbeistandschaft, Beiträge an Langzeitpflege, Spitex und Verlustscheinforderungen sowie Prämienausstände der Krankenkassen. «Es werden immer mehr Kosten für Pflege und Gesundheit auf die Kantone und Gemeinden übertragen», sagt Brülisauer. Er sehe in diesem Bereich kein Sparpotenzial, und diese schnell ansteigenden Kosten liessen sich kaum durch die wachstumsbedingten höheren Steuereinnahmen wettmachen.

Das vorhandene Wachstum, aber auch das gute Eigenkapitalpolster von rund 3,4 Mio. Franken sind Gründe, weshalb die Gemeindebehörde von einer Steuerfusserhöhung absieht. Der Steuerfuss wird bei 55 Prozent belassen. «Der Gemeinderat Erlen ist überzeugt, dass er für 2015 weder zu pessimistisch noch zu optimistisch budgetiert hat», erklärt Brülisauer.

Sanierung Gemeindestrassen

Die Gesamtinvestitionssumme der Politischen Gemeinde Erlen wird für das nächste Jahr mit 1,375 Mio. Franken veranschlagt. Bemerkenswert: Fast zwei Drittel dieses Betrags fliessen in Strassenprojekte. Nebst kleineren Strassenbauarbeiten werden die Engishoferstrasse in Eppishausen, die Aachstrasse in Engishofen und der Löwenweg in Riedt saniert.

513 000 Franken aus zweckgebundenen Geldern sind für verschiedene Investitionen im Abwasserbereich vorgesehen.

Gemeindeversammlung: Donnerstag, 27. November, 19.30 Uhr; Mehrzwecksaal der Schule Erlen.