Fast jeder kommt mit einem Anwalt

ARBON. Die SVP des Bezirks Arbon besichtigte an ihrer Mitgliederversammlung das Bezirksgericht Arbon und liess sich über die Tätigkeit der neuen Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde informieren. An der Schlossgasse 4 ist der neue Standort des Bezirksgerichts Arbon.

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ARBON. Die SVP des Bezirks Arbon besichtigte an ihrer Mitgliederversammlung das Bezirksgericht Arbon und liess sich über die Tätigkeit der neuen Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde informieren. An der Schlossgasse 4 ist der neue Standort des Bezirksgerichts Arbon. Richterin Mirjam Trinkler empfing die SVP mit den Worten «Geniessen Sie es, normalerweise kann man hier nicht so entspannt sein».

Von Scheidung bis EKT-Prozess

Man wisse nie, ob die Dokumente in einem Mäppli Platz haben oder 70 Ordner füllen. Auch wenn es Kleidervorschriften gebe, sehe man alle möglichen und unmöglichen Bekleidungen. Sie habe aber noch nie jemanden wegen der Kleider aus dem Saal gewiesen. «Heute kommt praktisch jeder mit Anwalt», denn die Gesetze seien kompliziert. Beat Traber, Vizepräsident der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB), informierte anschliessend. Die KESB sei das Produkt eines Prozesses, der 1957 begann und fast 60 Jahre dauerte. «Wir sind noch in der Lernphase. Ziel der neuen Gesetzgebung ist, die Selbstbestimmung zu stärken.»

Bürgerliche Zusammenarbeit

Vormundschaften wurden durch Beistandschaften abgelöst. Die KESB erledige über 100 verschiedene Aufgaben. In der anschliessenden Mitgliederversammlung hielt Bezirkspräsident Urs Martin Rückschau. Grösste Aktivität war das Engagement für die Verkehrserschliessung des Oberthurgaus durch die BTS. Ausserdem meinte der Kantonsrat: «Es ist erfreulich, dass sich die bürgerliche Zusammenarbeit mit der FDP stark verbessert hat. Wir müssen diese weiterhin so pflegen». (red.)