Fans können vom Sofa aus mitfiebern

Seit Anfang Saison überträgt Floorball Thurgau seine NLB-Meisterschaftsspiele mit einem Livestream direkt ins Wohnzimmer. Der Verein möchte das Angebot bekannter und lukrativer machen.

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Jasmin Lemenjak bedient eine der beiden Kameras. (Bild: Rudolf Steiner)

Jasmin Lemenjak bedient eine der beiden Kameras. (Bild: Rudolf Steiner)

Unihockey-Interessierte und Fans von Floorball Thurgau können seit Beginn dieser Saison die Spiele ihrer Lieblinge bequem von zu Hause aus im Internet anschauen. Momentan werden die Heimspiele des Playoff-Halbfinals gegen Unihockey Regio Basel übertragen. «Wir sind die einzige Nationalliga-B-Mannschaft, die ihre Heimspiele live überträgt», sagt Vereinspräsident Markus Wiedmer.

Vorerst auf freiwilliger Basis

Während die 12 NLA-Vereine verpflichtet sind, ihre Meisterschaftsspiele live zu übertragen, haben sich die Verantwortlichen von Floorball Thurgau entschlossen, das mit ihren Spielen vorerst freiwillig zu machen. Auf die Idee gekommen sind sie bei einem Strategieseminar des Schweizerischen Unihockeyverbandes, bei dem dieses Projekt vorgestellt worden sei, erzählt Wiedmer. «Uns schien das interessant und erfolgversprechend, vor allem im Hinblick auf eine mögliche intensivere Vermarktung unserer Sportart und unseres Vereins.» So hat der Vorstand grünes Licht gegeben, die Übertragungen zu ermöglichen. Schnell war ein halbes Dutzend Helfer gefunden, die bereit waren, das Vorhaben auf freiwilliger Basis zu realisieren. Für die Anschaffung der notwendigen Ausrüstung – Kameras, Rechner, Bildschirme – investierte der Verein mehrere tausend Franken. Seit dem Beginn der NLB-Meisterschaft im September 2016 ist nun bei jedem Heimspiel ein sechsköpfiges Team im Einsatz, um die Heimspiele aufzunehmen, zu kommentieren und auf die Homepage des Schweizerischen Unihockeyverbandes zu übertragen. Der 26-jährige Student und Leiter der Geschäftsstelle des Thurgauer Unihockeyverbandes, Marco Diem, ist der Hauptverantwortliche und erstellt einen Liveticker. Der verletzte Verteidiger Fabio Meyer sitzt mit anderen am Regiepult und koordiniert die Aufnahmen der Kameras und Replays. Eine der zwei wird von Jasmin Lemenjak bedient. Die zweite Kamera ist fix hinter einem Goal montiert. Für den Kommentar sind Beni Kuhn und Roman Frischknecht verantwortlich. Zusätzlich sitzen die Brüder Michael und Christian Flückiger am Regiepult und sind für die Einblendungen von zusätzlichen Informationen zuständig.

Geplant ist gemäss Wiedmer in der nächsten Saison ein Ausbau mit Werbeeinblendungen. «Wir müssen das Angebot des Livestreams bekannter und lukrativer machen», sagt er. Er befürchtet nicht, dass dieser einen negativen Einfluss auf die Zuschauer in der Halle haben wird. Am Samstag waren es beispielsweise rund 350.

Rudolf Steiner

weinfelden

@thurgauerzeitung.ch