Exponate an der Grenze gestoppt

Gestern hätte in der Bodensee-Arena in Kreuzlingen eine Anatomie-Ausstellung mit plastinierten Körpern beginnen sollen. Nach Problemen bei der Einreise in die Schweiz weicht der Veranstalter allerdings nach Konstanz aus.

Nicole D'orazio
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KREUZLINGEN. Einige Besucher waren da, die Exponate aber nicht. Gestern um 11 Uhr hätte die Anatomie-Ausstellung «Körper – die Lehre der Toten» in der Bodensee-Arena in Kreuzlingen eröffnet werden sollen. In der ganzen Stadt machen rosarote Plakate auf die Ausstellung mit plastinierten Körpern und Körperteilen, ähnlich wie «Körperwelten» von Gunther von Hagens, aufmerksam. Doch dazu ist es nicht gekommen.

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«Es gab Probleme mit der Einfuhr in die Schweiz, deshalb wird die Ausstellung in einem Zelt in der Nähe der Bodensee-Arena auf der deutschen Seite stattfinden», teilte Hubert Huppertz vom Veranstalter gestern kurzfristig per E-Mail mit. «Die Veranstaltung kann deshalb erst am Montag starten.» Auf der Ausstellungs-Webseite zeigt sich die Firma Steward Dougal Medcare Exhibition aus London als Veranstalter verantwortlich. Telefonisch war niemand erreichbar.

Während der Tour durch Deutschland ist mehrmals Kritik aufgekommen. Es hiess, dass die Körper nicht legal gespendet worden seien. In der Pressemitteilung wird dem heftig widersprochen. «Die gezeigten plastinierten Exponate sind eine Leihgabe der Firma Corcoran Laboratories, dem führenden amerikanischen Hersteller medizinischer Präparate», heisst es. Die Spender hätten zu Lebzeiten darüber verfügt, dass ihr Körper nach dem Ableben der Ausbildung von Medizinern sowie der Aufklärung von Laien zur Verfügung gestellt werden soll. Nach Ende der Ausstellung werden die Exponate zurückgegeben.

Zettel an der Eingangstür

Für die Bodensee-Arena ist wegen der kurzfristigen Absage kein finanzieller Schaden entstanden. «Die Halle war sowieso leer», sagte Geschäftsführer Marcel Wick auf Anfrage. Er bedaure zwar, dass die Ausstellung nicht in der Bodensee-Arena stattfinde, doch das sei nicht so schlimm. Enttäuscht waren hingegen einige Besucher, die sich die Ausstellung ansehen wollten. «Wir machen nun einen Zettel an die Türe. Damit hat sich das für uns erledigt», sagte Wick.