EVPler mit grüner Ader

In seiner Rede zum Amtsantritt plädiert der neue Kreuzlinger Gemeinderatspräsident Thomas Leuch für mehr Nachhaltigkeit.

Martina Eggenberger Lenz
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Ratskollege Christian Forster schenkt Präsident Thomas Leuch eine Leine voll Altkleider. (Bild: Reto Martin)

Ratskollege Christian Forster schenkt Präsident Thomas Leuch eine Leine voll Altkleider. (Bild: Reto Martin)

KREUZLINGEN. Der neue Präsident des Gemeindeparlaments darf mit viel Rückendeckung in sein Amtsjahr starten: Von den 37 anwesenden Mitgliedern gaben 33 Thomas Leuch die Stimme. Er wurde von der Fraktion FDP/EVP vorgeschlagen und vertritt dabei den Juniorpartner. Vize ist Dino Lioi, SP/Gewerkschaften/Juso, der mit 34 Stimmen ebenfalls ein gutes Resultat verzeichnen durfte.

«Rägebögler» Christian Forster gratuliert dem neuen Höchsten traditionell mit einer kleinen Showeinlage. Thomas Leuch durfte eine Leine voll Altkleider entgegennehmen – eine Anspielung auf das soziale Engagement des EVPlers, der so jeweils für einen guten Zweck sammelt.

Alle sollen etwas sagen

Leuch nutzte die Gelegenheit, ein paar persönliche Gedanken zu äussern. Die erste Sitzung sei für ihn ja die letzte Gelegenheit, dies zu tun. Der neue Präsident dankte unter anderem seiner Mutter, der er wohl sein politisches Engagement verdanke. Er appellierte an die Ratskollegen, sich an den Diskussionen zu beteiligen. Die Vielredner sollten sich etwas zurücknehmen, die Nie-etwas-Sager dafür mehr trauen.

Lieber Wiese als Beiz

In der Politik brauche es Geduld und Ausdauer, erinnerte Leuch das Gremium. Als Beispiel zog er den Kampf gegen den Sklavenhandel in England herbei. Der neue Präsident verurteilte in seiner Rede Gier – mit Verweis auf den Bernecker Gemeindepräsidenten und Fifa-Boss Blatter –, die Wegwerfgesellschaft und den zerstörerischen Umgang mit der Umwelt. Und natürlich durfte auch ein Bibelzitat nicht fehlen: Der wahre König deckt nicht die Mächtigen, sondern sorgt für bestellte Felder. Passend zu seinen Worten war auch Leuchs Outfit. Oder war das hellgrüne Hemd zufällig gewählt? Und ebenso stimmig war schliesslich die Örtlichkeit für die traditionelle Wahlfeier. Nein, keine Beiz sollte es für einmal sein, sondern die Wiese beim Chlausenraum.