EVP liebäugelt mit viertem Sitz

Die EVP will weiterhin christliche Werte in einer menschlichen Politik für Weinfelden umsetzen. Sie geht mit 16 Kandidatinnen und Kandidaten in die Wahlen des Gemeindeparlaments vom 15. Mai.

Margrith Pfister-Kübler
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Die Kandidierenden der EVP wollen im Weinfelder Gemeindeparlament mit christlichen Werten den Ton angeben. (Bild: Margrith Pfister-Kübler)

Die Kandidierenden der EVP wollen im Weinfelder Gemeindeparlament mit christlichen Werten den Ton angeben. (Bild: Margrith Pfister-Kübler)

weinfelden. Die EVP führte im «Trauben»-Saal eine Doppelversammlung – Orts- und Bezirkspartei – durch. Das Co-Präsidium – Brigitte Hugentobler, Weinfelden, und Kantonsrat sowie Bezirkspräsident Urs-Peter Beerli, Märstetten – setzte die Nominierung für die Gemeindeparlamentswahlen ins Zentrum. Einstimmig wurden die vorgeschlagenen Kandidatinnen und Kandidaten, zehn Männer und sechs Frauen, nominiert.

Listenverbindung beschlossen

Die Kandidierenden wurden durch Schilder mit Aufschriften befragt – ein Spiel von Michael Zingg inszeniert, welches Dialog und Standpunkte auslöste. Die Beispiele reichten von der Einführung eines Behördengebetes, über mehr Sicherheit am Bahnhof bis hin zur Elternabend-Besuchspflicht. Als Mittepartei setzt die EVP auf die Grundlage der christlichen Ethik.

Ohne Diskussion wurde eine Listenverbindung mit der CVP und der Gruppierung Jung & Aktiv beschlossen. «Es ist eine gute und sinnvolle Zusammenarbeit», betonte Brigitte Hugentobler.

Ortsbus dreht Runden

An den Samstagen 16. und 30. April wird auf Initiative der EVP erstmals ein Ortsbus in Weinfelden seine Runden drehen. Es ist ein Projekt der Bezirkspartei. Der Bus ist von 9 bis 17 Uhr unterwegs und startet vom Marktplatz aus.

Die Gemeindebehörde sei gespannt auf die Rückmeldungen und den Erfahrungsbericht, hiess es an der Versammlung. «Die positive Reaktion der Gemeindebehörde freut uns», strahlte Hugentobler. Weiter stehen Alterswohnungen, mehr Platz für Velos am Bahnhof, genügend Ruhebänke, rauchfreie Bochselnacht, Belebung des Marktplatzes auf der Themenliste der EVP-Ortspartei.

Jahresberichte- und Rechnungen der Orts- und Bezirkspartei wurden einstimmig genehmigt. Brigitte Hugentobler hat ihren Rücktritt als Co-Präsidentin angekündigt. Im Bezirk Weinfelden sind aktuell 67 EVP-Mitglieder registriert. Bischofszell ist EVP-politisch noch ein «Entwicklungsgebiet». Im Bezirk dominiert Weinfelden. «Unseren Wähleranteil zu halten, wird zur Herausforderung», betonte Bezirkspräsident Urs-Peter Beerli.

Chance mit neuem Wahlsystem

Martin Aebersold, Vizepräsident der EVP Thurgau, berichtete über ein neues Wahlsystem von Mathematiker und Wahlexperte Friedrich Pukelsheim. Dieses erlaubt kleinen Parteien, erreichte Wählerstimmen so zusammenzufassen, dass sie mehr Stimmen ergattern. Das Verfahren ist unter dem Namen «Neues Zürcher Zuteilungsverfahren» bekannt. Die Einführung der Pukelsheim-Methode wird für die Kantonsratswahlen 2012 angepeilt. Aus Sicht der EVP ein optimales System.