Europa rückt zusammen

Folker Hellmeyer, Referent am Börsenapéro der TKB Weinfelden, sieht in der Schuldenkrise auch Positives.

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WEINFELDEN. «Europa reformiert sich. Europa bewegt sich. Und das ist positiv.» Diese Meinung vertrat der Chefanalyst der Bremer Landesbank, Folker Hellmeyer, kürzlich in Weinfelden. Im Rahmen des Börsenapéros des Private Banking Mittelthurgau der Thurgauer Kantonalbank (TKB) äusserte sich der Finanzspezialist zur aktuellen Lage in Europa sowie zu den Aussichten auf den Finanzmärkten.

Anleger sind verunsichert

Die einschneidenden globalen Ereignisse im Jahr 2011 haben auch die Finanzmärkte stark beeinflusst. «Zahlreiche Meldungen, wie jene von den Protesten in der arabischen Welt, dem Atomunfall in Japan oder der Erhöhung der Schuldenlimite in den USA, liessen die Anlegerinnen und Anleger zunehmend vorsichtiger werden», betonte Hellmeyer in seinem Referat.

Ebenfalls zu grosser Verunsicherung habe bei den Anlegern die Schuldenkrise in Europa geführt. «Dabei wurden jedoch die positiven Faktoren einfach ausgeblendet.» Durch die Probleme rückten die europäischen Länder nämlich näher zusammen. Er sei sicher, so Hellmeyer, dass die politische Einheit Europas dazu beitrage, die Krise zu überwinden.

Zinserhöhung Mitte 2012

Gut findet Hellmeyer, dass die Schweizerische Nationalbank (SNB) den Spekulationen mit dem Schweizer Franken einen Riegel geschoben habe. Den Wechselkurs Euro/Schweizer Franken mit einer Untergrenze zu versehen, sei richtig und gut. Es zeige nicht zuletzt das Vertrauen, das die Verantwortlichen der SNB in den Euro haben.

Eine Zinserhöhung sagt der Analyst erst für Mitte 2012 voraus. Zudem glaubt er, dass sich auch Investitionen in Agrar-Rohstoffe wie auch Agrarflächen lohnen, da die Bevölkerungszahl weiter zunehmen werde. (red.)