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ETH liefert Stoff für Krimi

LENGWIL. Severin Schwendener hat an der ETH Zürich drei Jahre lang doktoriert. Kurz vor Abschluss musste der Lengwiler seine Studien abbrechen. Die Erlebnisse hat er in seinem neuesten Krimi verarbeitet. Am Dienstag liest er in der «Büecherbrugg».
Cathrin Michael
Krimi-Autor aus Lengwil: Severin Schwendener stellt seinen dritten Roman vor. Den Stoff dazu lieferten Erlebnisse an der ETH Zürich. (Bild: Reto Martin)

Krimi-Autor aus Lengwil: Severin Schwendener stellt seinen dritten Roman vor. Den Stoff dazu lieferten Erlebnisse an der ETH Zürich. (Bild: Reto Martin)

«Endlich hatte ich den roten Faden für meine Geschichte gefunden», sagt Severin Schwendener nach seinen Erlebnissen als Doktorand. In seinem neuesten Roman verarbeitet er, was ihm an der ETH in Zürich passiert ist. Und das hört sich an wie ein Krimi.

Der 28jährige Lengwiler absolvierte die Kantonsschule in Kreuzlingen und studierte anschliessend Biologie an der ETH Zürich.

Danach wollte er im Bereich der Virentechnologie doktorieren und hat eine auf drei Jahre befristete Stelle angenommen. Mit grossem Interesse forschte er im Labor im zürcherischen Schwerzenbach.

Zeit für Forschung zu knapp

Nach Ablauf der drei Jahre konnten er und sein Betreuer keine abschliessenden Resultate liefern. Technische Probleme im Labor hätten dazu geführt, dass sie fast ein Jahr im Rückstand waren. «Teils selbstverschuldete, teils fremdverschuldete Faktoren kamen zusammen», erklärt Schwendener.

Es sei jedoch häufig der Fall, dass Doktoranden mehr Zeit benötigen würden als vorgesehen. Dafür hat die ETH Zürich einen Nothilfefonds eingerichtet.

Vom leitenden Professor der Forschungsarbeiten hiess es, dass Schwendener weiterforschen könne, aber ohne Lohn. Das Antragsformular für die finanzielle Unterstützung habe dieser auch nicht unterschreiben wollen, erzählt Schwendener.

Er fragte Familie und Freunde um finanzielle Unterstützung an und willigte schliesslich ein, ohne Gehalt an den Studien weiterzuarbeiten. Doch dazu kam es nicht. «Der leitende Professor wollte partout nicht, dass ich weiterforsche», vermutet Schwendener. So kontaktierte er Departementsvorsteher, Hilfsräte und schliesslich die Schlichtungskommission der ETH. Anscheinend ohne Erfolg, denn Fakt ist: Schwendener arbeitet nicht mehr im Labor in Schwerzenbach. Sein Mail- Account wurde innerhalb eines Tages gesperrt.

«Alle Kontakte und Daten seit 2001 waren da drauf.»

Autorenlohn reicht nicht aus

Der Frust bei Schwendener sitzt tief. «Ich habe gerne im Labor gearbeitet und schätzte die ETH sehr», sagt er heute. Er glaubte, gute Forschungsresultate stünden an erster Stelle, habe aber feststellen müssen, dass es nur um Quoten gehe. Darum, welcher Professor wie viele Publikationen pro Jahr veröffentlichen könne. «In der Forschung hat man nur eine Chance», glaubt Schwendener.

Mit dem Studieren hat er darum abgeschlossen und hofft jetzt, eine Arbeitsstelle im Bereich der Biologie zu finden. «Vom Autorenlohn kann ich schlecht leben», fügt er hinzu. Zehn Prozent des Preises verdient er pro verkauftem Buch, was ihm im letzten Jahr 1000 Franken eingebracht habe. Das Schreiben bleibe vorerst nur ein Hobby, sein nächstes Projekt steht aber schon fest: ein komödiantisches Theaterstück.

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