«Es waren auch giftige dabei»

BISCHOFSZELL. Die diesjährige Saison geht bald zu Ende. Dieses Jahr gab es weniger Pilze; nur etwa halb so viele wie in den vergangenen Jahren. In der Nachsaison wird nur noch nach telefonischer Vereinbarung kontrolliert.

Yvonne Aldrovandi-Schläpfer
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Kontrolleur Hans Frischknecht überprüft im Bischofszeller Werkhof die gesammelten Pilze genau. (Bild: Yvonne Aldrovandi-Schläpfer)

Kontrolleur Hans Frischknecht überprüft im Bischofszeller Werkhof die gesammelten Pilze genau. (Bild: Yvonne Aldrovandi-Schläpfer)

Herbstzeit ist auch Pilzzeit – die Hauptsaison, in der die meisten Pilze wachsen, geht jetzt schon bald dem Ende entgegen. Davon ist allerdings an diesem Abend beim Werkhof Bischofszell noch gar nicht viel zu spüren.

Zwar müssen die Sammler nicht mehr Schlange stehen, aber es sind trotzdem einige gekommen, um ihre gesammelten Pilze kontrollieren zu lassen. Sichtlich erfreut zeigt Christine Sager aus Sitterdorf auf ihre Pilzschätze im mitgebrachten Korb. «Essbare Bovisten, Maronen- und Rotfussröhrlinge habe ich heute auf meinem Streifzug durch den Wald gefunden.» Doch den genauen Fundort will die passionierte Pilzsammlerin nicht verraten.

Zu heiss und zu trocken

Zu Beginn der Hauptsaison sei bei der Pilzkontrollstelle nicht viel los gewesen. «Bis Mitte August war es zu heiss und zu trocken», sagt Hans Frischknecht, einer der beiden Pilzkontrolleure. Die Hauptsaison für Speisepilze seien der Spätsommer und der Herbst. Pilze seien sehr anspruchsvoll, was die Bildung von Fruchtkörpern anbelange. Der Boden müsse feucht und warm, aber nicht zu nass sein, um gute Bedingungen für das Pilzwachstum zu schaffen. «Der Wald ist der wichtigste Lebensraum für Pilze», erklärt der Kontrolleur. Ausnahmen sind der Wiesenchampignon und einige andere Arten.

Fast keine Steinpilze

Wie gut die diesjährige Saison war, kann Hans Frischknecht noch nicht abschliessend sagen. Es gab aber nur etwa halb so viele Pilze wie im Vorjahr. Rund hundert Pilzkontrollen wurden von den Bischofszeller Kontrolleuren Hans Frischknecht und Jörg Baldinger durchgeführt. Dies entspricht ungefähr der Hälfte eines Normaljahres. In der Umgebung findet man vor allem Täublinge, Steinpilze, Maronen- und andere essbare Röhrlinge, Riesenschirmlinge, Trichterlinge sowie Champignons; alles Speisepilze. Auffallend war, dass es fast keine Steinpilze gab. «Im Oktober hat man dafür ziemlich spät noch viele Wiesenchampignons gefunden», sagt der Pilzkontrolleur. Auch ungeniessbare und giftige Pilze seien dieses Jahr vorbeigebracht worden. «Doch tödlich giftige Pilze, wie zum Beispiel der Grüne Knollenblätterpilz, gab es keine», erzählt Hans Frischknecht. Viele Menschen essen gefundene Pilze aber auch, ohne sie zuerst zur Kontrolle zu bringen. Zwar sei niemand verpflichtet, die Pilze kontrollieren zu lassen. Mit einem Fachbuch gesammelte Pilze zu bestimmen, kann aber mit einer Vergiftung enden. Deshalb rät er, das Sammelgut zur Kontrollstelle zu bringen. Auch sollten Pilze – bis auf wenige Ausnahmen – nie roh verzehrt werden.

Die Leidenschaft fürs Pilzesammeln wurde Hans Frischknecht, der seit über 30 Jahren Pilzkontrolleur ist, beinahe schon in die Wiege gelegt. «Um Pilze und Beeren zu suchen, fuhren wir mit unseren Eltern ins Appenzellerland», erinnert er sich an seine Kindheit. Pilze sammelt er auch heute noch gerne und verrät, dass er den Steinpilz am liebsten mag.

Kontrollen noch möglich

Während der Vor- und Nachsaison (ab 1. November) sind Pilzkontrollen nach telefonischer Vereinbarung möglich. Anrufe nehmen Jörg Baldinger unter Telefon 071 422 38 32 oder Hans Frischknecht unter Telefon 071 422 42 47 zwischen 18 und 19 Uhr entgegen.

Der Pilzkontrolle Bischofszell angeschlossen sind: Hauptwil, Gottshaus, Niederbüren, Niederhelfenschwil, Oberbüren, Uzwil, Waldkirch, Zihlschlacht, Sitterdorf und Zuzwil.